Kevelaer: Museum orientiert sich neu
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Kevelaer (RPO). Mit Hilfe einer 20 000-Euro-Spende der NRW.Bank hat das Museum Kevelaer zwei Bilder von Max Clarenbach angeschafft. Sie sollen Grundlage einer Kunst-Sammlung sein. Minister Helmut Linssen vermittelte die Zuwendung.
Max Clarenbach
Max Clarenbach ist ein Vertreter der sogenannten Düsseldorfer Schule. Die Kunstakademie besuchte er bereits mit 13 Jahren und entwickelte bald eine Vorliebe für See- und Flusslandschaften. Beeinflusst haben ihn auch Jahre in Paris (Impressionismus) und später in den Niederlanden (Realismus). Seine Werke sind in vielen namhaften Häusern zu sehen.
Die Kulturleistungen einer Region gehen über die dort entstandene Kunst im engen Sinne deutlich hinaus. Insofern konnte Kevelaers Museumsleiter Burkhard Schwering bislang gut damit leben, ein Haus zu führen, das sich der Volkskunde und Kulturgeschichte widmet.
Mehr bildende Kunst
Dennoch meint Schwering, dass es jetzt an der Zeit sei, auch den Bereich der darstellenden Kunst stärker in den Blick zu nehmen. Möglicherweise war es die Aussicht auf die Überlassung einer Sammlung, die den Kunsthistoriker bewog, zwei Bilder anzuschaffen, welche die Malerei ins Museum holt, ohne die ursprüngliche Ausrichtung des Hauses auf den Kopf stellen zu wollen. "Wir haben mit den Museen in Kleve und Goch ein so deutliches Übergewicht im Bereich der Kunst, dass es angeraten erscheint, auch im Südkreis wichtige Malerei zu zeigen. Dabei wollen wir uns aber auf die Klassische Moderne und den Realismus rheinischer Künstler konzentrieren."
Um die Neuerwerbungen vorzustellen, trafen sich gestern Abend im Museum Kevelaer Vertreter des Betreibervereins des Niederrheinischen Museums, Helmut Linssen als CDU-Landtagsabgeordneter und Finanzminister, Dietmar Binkowska, der Vorstandsvorsitzende der NRW.Bank (2001 als Abspaltung der West-LB gegründet) sowie Pressevertreter. Der "Prozess der Neuorientierung und teilweisen Neugestaltung des Museums" könnte im Zusammenhang stehen mit dem 100-jährigen Bestehen des Museums, das in diesem Jahr auf noch nicht näher erläuterte Weise begangen wird. Mit der Schenkung habe das Jubiläum aber nichts zu tun, versicherte Linssen. "Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mir kam zu Ohren, dass die NRW.Bank noch Geld für ein kulturelles Sponsoring übrig hatte, und da dachte ich gleich an unser Kevelaerer Museum." Denn das liege ihm schon immer am Herzen und sei einfach mal "dran". Etwa 20 000 Euro, raunte der Finanzminister nach Absprache mit dem Bankdirektor der Presse zu, hätten zur Verfügung gestanden.
Schwering wiederum musste nach eigenen Angaben nicht lange überlegen, was angeschafft werden sollte. "Clarenbach habe ich schon immer sehr gemocht. Und als ich jetzt erfuhr, dass eine Niederrhein-Landschaft aus Privatbesitz angeboten wurde, haben wir zugeschlagen." Ein zweites, kleineres Bild kam hinzu, beide sollen künftig im Ausstellungsraum der oberen Etage gezeigt werden. Passend zur Jahreszeit – obwohl die meisten Niederrheiner vom Winter vermutlich genug haben – handelt es sich um zwei Schneelandschaften in gedämpften Tönen.
www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de
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