Weeze: Patrone bei Fluggast entdeckt
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 11:23Weeze (RPO). Ein Passagier hatte am Freitagabend am Airport Weeze Munition in der Jackentasche. Diese wurde beim Sicherheitscheck entdeckt. Im Koffer eines anderen Reisenden wurde eine Stahlrute gefunden. Polizei lobt Kontrollen.
Sie brauchten keinen Nacktscanner, um das Corpus Delicti zu entdecken: Bei der routinemäßigen Passagierkontrolle ist den Mitarbeitern des Airports Weeze am Freitagabend eine Patrone in die Hände gekommen. Gefunden haben sie das metallische Stück während der Sicherheitskontrolle bei einem Fluggast aus Düsseldorf. Der 55-jährige Mann hatte die Patrone in seiner Jackentasche.
Das klingt erst einmal gefährlich, doch Grund zur Sorge bestand laut Kreispolizei Kleve nicht: "Wie sich bei den weiteren Überprüfungen herausstellte, war die Patrone auf Grund des fehlenden Zündhütchens nicht mehr funktionsfähig." Allerdings löste der ungewöhnliche Fund – normalerweise piepsen die Sicherheitsgeräte bei harmloseren Dingen wie vergessenen Schlüsseln oder Münzen in der Jackentasche – eine weitere Überprüfung des Mannes aus.
Handgepäck
Wer mit dem Flugzeug verreist, darf im Handgepäck Produkte wie Hautcreme oder Wimperntusche nur unter bestimmten Begindungen mitführen.
Die Tiegel und Fläschchen dürfen maximal 100 Milliliter enthalten und müssen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit höchstens einem Liter Fassungsvermögen verepackt sein.
"Totschläger" im Koffer
Am Sonntag dann ein weiterer Fall: In einem aufgegebenen Koffer entdeckten Mitarbeiter eine verbotene Stahlrute ("Totschläger"). Da der Eigentümer des Koffers auch nach mehreren Aufrufen nicht erschien, öffneten Mitarbeiter des Airports den Koffer. Der 53-jährige Kofferbesitzer aus Herzogenrath erschien dann doch noch im Büro der Polizei am Airport. Ihn erwartet ein Strafverfahren, da die Totschläger verboten sind. Seinen Flug verpasste der Mann. Auch der 55-jährige Düsseldorfer, der die Patronenhülse in der Tasche hatte, verpasste am Freitagabend wegen weiterer Überprüfungen seinen Ryanairflieger nach Berlin, für den er eigentlich gebucht war.
Wie ein Waffenexperte der Kreispolizeibehörde Kleve gegenüber der RP erklärte, ist eine Patrone, der das Zündhütchen fehlt, nicht gefährlich. "Das sieht dann zwar auffällig auf, ist aber nicht relevant." Angeblich soll es sich bei dem Mann um einen Sportschützen handeln, der die Munition schlicht in der Jackentasche vergessen hatte. Die Polizei wollte dies bisher nicht bestätigen. Nur wenn die Munition funktionsfähig wäre, würde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt, so der Polizeiexperte.
Dass ein Passagier mit Munition in der Tasche verreisen will, macht die Polizei in Weeze nicht nervös. Vielmehr wertet sie es – wie auch Flughafen-Sprecher Holger Terhorst – als Erfolg, dass die Hülse entdeckt wurde: "Der Patronenfund macht deutlich, dass die intensiven Kontrollen am Weezer Airport die Sicherheit aller Fluggäste gewährleisten." In der vergangenen Woche hatte es am Münchner Flughafen eine Sicherheitspanne gegeben, als ein Sprengstoffalarm bei der Personenkontrolle ausgelöst wurde, der Betroffene aber unerkannt verschwinden konnte.
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