Weeze: Petrusheim wird umgebaut
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 24.01.2009Weeze (RPO). Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Weezer Bürger Ronald Pofalla erfuhr es bei seinem Gemeindebesuch als einer der ersten: Die Nichtsesshafteneinrichtung und das Altenheim in Baal werden umfassend modernisiert.
Die Themen
Dass der Ortskern attraktiver werden soll und ein Bürgerhaus in Vorbereitung ist waren gestern Themen, die Pofalla schon kannte. Auch die positive Entwicklung des Flughafens ist ihm bestens bekannt. Dem Petrusheim, Mitglied im Caritasverband, riet er, sich für seine Investition um Mittel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zu bemühen.
Die Ruhe soll bleiben, ansonsten aber wird Weezes Petrusheim in einigen Jahren wohl einen weitaus moderneren Eindruck machen. Wie gestern aus Anlass des Gemeindebesuchs des CDU-Bundestagsabgeordneten (und Generalsekretärs seiner Partei) in seinem Heimatort bekannt wurde, will die Nichtsesshafteneinrichtung in Weeze erheblich investieren. Dabei hatte man sogar schon über einen Umzug nachgedacht, gestand Gerold König, Geschäftsführer des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien. Diese Einrichtung ist Träger des Petrusheims und hat sich entschlossen, der Gemeinde treu zu bleiben.
Dorfähnlich
"Wir möchten auf dem freien Feld gegenüber des alten Komplexes ein neues Altenheim bauen, anschließend das nicht mehr zeitgemäße Haus abreißen und eine Ansiedlung rund um die Kirche errichten. So soll ein Dorfcharakter entstehen mit der Möglichkeit für die Bewohner, ihr Geld von einer eigenen ,Sparkasse' abzuheben und in einem kleinen Laden, der im Erdgeschoss des Hauptgebäudes eingerichtet wird, einzukaufen", erklärt König. Wohnen sollen die Männer und (weitaus weniger) Frauen in Kleingruppen und nicht mehr im "Heim" mit seinen ungemütlichen langen Fluren. Die meisten Bewohner leben wegen langjährigen Alkoholmissbrauchs hier und sind für ein Altenheim noch recht jung – im Durchschnitt 60 Jahre alt.
Wenn das Baugenehmigungsverfahren läuft, wie gewünscht, könnte Baubeginn 2010 sein. Wobei das Wort "Genehmigung" für König derzeit ein rotes Tuch darstellt. Angestrebt wird nämlich auch eine Ausweitung der Landwirtschaft von 150 auf 180 Milchkühe. Wegen der erheblichen "Abgase", die Kühe produzieren und die den Wald schädigen sollen, ist eine Bewilligung noch sehr fraglich. Der Bundestagsabgeordnete Pofalla möge doch seinen Einfluss in Berlin geltend machen, um die Gesetzgebung zum Thema zu beeinflussen.
Zivildienst
Die Weezer Kommunalpolitik und die führenden Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung hörten sich anschließend in der Caféteria des Petrusheims noch ganz andere Beiträge an: Neben Pofalla war nämlich auch noch der Zivildienstbeauftragte des Bundes, Jens Kreuter, vor Ort und begrüßte Zivis aus dem ganzen Kreis. Die etwa 30 jungen Männer ließen sich für ihre "unverzichtbare und für die Gesellschaft sehr wichtige Arbeit" (Kreuter) loben und wurden ermuntert, dem Ombudsmann ihre Probleme mitzuteilen. Weniger Geld zu haben als vorher (diejenigen, die schon arbeiteten) und nicht zu wissen, ob sie nach neun Monaten Zivildienst einen Job finden – das waren die geäußerten Sorgen.
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