Weeze: "Schlag ins Gesicht von Millionen Passagieren"
zuletzt aktualisiert: 24.04.2009 - 10:49Der Tag danach: Entsetzen (fast) allerorten nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster und der Drohung von Ryanair, den Airport Weeze als Basis verlassen zu wollen. CDU-Kreistagsfraktionschefin Ulrike Ulrich: "Ich bin fassungslos über die Entscheidung, die in keinster Weise nachzuvollziehen ist. Ich kann nur hoffen, dass sich die Dinge in den nächsten Tagen in einem anderen Licht darstellen werden. Hier geht es in einer ausgesprochen schlechten wirtschaftlichen Lage um über 1000 Arbeitsplätze, die man nicht einfach wegen ein paar Minuten vernichten darf!" Ins selbe Horn blies SPD-Kollege Roland Katzy: "Das Ergebnis des OVG ist erschreckend, denn hier geht es nicht um Minuten, sondern um gewaltige Konsequenzen für die Fluglinie. Offenbar war die Bezirksregierung schlecht vorbereitet. Und für mich wird da Egoismus sichtbar: Hier werden Einzelinteressen über Allgemeininteresse gestellt!"
Ausdruck der Geringschätzung
Der Vorstand des FDP-Kreisverbandes Kleve-Geldern nennt die Entscheidung "einen Schlag ins Gesicht von 2,5 Millionen Passagieren, die von Weeze nicht nur zum Vergnügen Ziele in ganz Europa erreichen". Der Eilbeschluss aus Münster sei "obendrein auch ein Ausdruck der Geringschätzung für alle Menschen in unserer Region auf beiden Seiten der Grenze". Die FDP sprach von einem herben Rückschlag für den Niederrhein, da werde "der mittlerweile drittgrößte Flughafen in NRW mit hohem Wachstumspotenzial ohne Not zerstört". Die Liberalen fordern alle politisch Verantwortlichen auf, "der Zerschlagung eines von den Menschen immer stärker angenommenen Flughafens nicht tatenlos zuzuschauen".
Die Wirtschaftsjunioren des Kreises üben ebenfalls herbe Kritik an der per Eilantrag erwirkten Entscheidung: "Es wäre schade, wenn ein so wichtiges Infrastrukturprojekt auf diesem Wege scheitern würde, betonte Stefan Eich, denn der Airport sei ein Standortvorteil und somit wichtige Grundlage für eigenen unternehmerischen Erfolg. Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Kreis-Wirtschaftsförderung, bringt eine ganz andere Vergleichs-Zahl: "Die 17,9 Prozent Zuwachs an Übernachtungen im Kreis haben wir insbesondere dem Flughafen Weeze zu verdanken. Hoffentlich weiß der Beschwerdeführer, was er dem Kreis Kleve letztlich antut".
Antrag der Grünen
Nur die Bündnisgrünen hielten sich still und stellten gestern Nachmittag statt dessen einen Dringlichkeitsantrag zur nichtöffentlichen Kreisausschuss-Sitzung "Rücknahme der Besicherung des Darlehens an die FN". Nach Meinung der Kreis-Grünen sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Kleve und der Fluglinie Ryanair nicht mehr gegeben nach der von den Iren angekündigten Schließung. So ähnlich sieht das auch ihr verkehrspolitischer Sprecher im Landtag, Horst Becker: "Mit dieser Erpressungsstrategie zeigt Ryanair erneut ihr wahres Gesicht als Heuschrecke der Luftfahrt".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


