Kevelaer: Schleifchen für die Niers
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 12.01.2009Kevelaer (RPO). Die Niers soll südlich von Wetten renaturiert werden. Die Pläne können allerdings nur gemeinsam mit dem Bau der OW 1 durchgeführt werden, denn es handelt sich um eine Ausgleichsmaßnahme.
Wetten Schnurgerade wie ein Kanal fließt die Niers, wenn sie die Grenze von Geldern zu Kevelaer hinter sich lässt. Doch das soll sich ändern. Der Niersverband plant, auf der Länge von einem Kilometer die Niers im Bereich des Hauses te Gesellen zu renaturieren. Als „Binnenfeld“ taucht die Maßnahme im Niersauenkonzept des Verbandes auf.
Wie in Pont
„Das Ganze ist vergleichbar mit der Renaturierung bei Pont“, sagt Diplom-Ingenieur Bert Lanphen vom Niersverband. Wie dort soll auch der Fluss südlich von Wetten wieder in naturnahen Schleifen fließen. Große Teile der 17 Hektar Fläche, die für die Maßnahme benötigt werden, gehören bereits dem Niersverband. Im Niersauenkonzept war die Renaturierung schon für das vergangene Jahr geplant. Doch es gibt einen Haken. Das Projekt ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Kevelaerer Südumgehung. Das bedeutet, solange die OW 1 nicht in Angriff genommen wird, muss auch die Renaturierung der Niers warten. Beides ist miteinander verbunden, denn die Ausgleichsmaßnahme wird zum größten Teil vom Straßenbauträger bezahlt, allerdings nicht komplett, wie Engelbert Denneborg erklärt. „Die entsprechenen Gesetze sind leider von der neuen Landesregierung geändert worden“, sagt der Landschaftsarchitekt. Das sei ein Grundproblem des Niersauenkonzeptes. „Wir müssen ohne Geld planen.“ Eine Maßnahme wie in Wetten sei zwar in fünf bis sechs Wochen beendet, koste aber 1,5 bis zwei Millionen Euro.
Die Renaturierungen dienen nicht nur dem Naturschutz, sondern – wie in Pont – auch der Naherholung. Im Rahmen der Wettener Renaturierung sollen laut Engelbert Denneborg unter anderem „ein künstlicher Aussichtshügel“ und Informationstafeln entstehen.
Seit den 80er Jahren
Neue Wanderwege sind nicht vorgesehen. Überlegungen, die Niers wieder naturnaher zu gestalten, gehen bis in die 80er Jahre zurück. Das Niersauenkonzept, das 1997 vorgestellt wurde, sieht vor, langfristig 40 Prozent des Niersufers zu verändern. In den übrigen Bereichen sollen zumindest die Ufersicherungen entfernt und die Ufer abgeflacht werden. Das Konzept ist auf 35 Jahre angelegt. Bis zur Vollendung wird also noch viel Wasser die Niers hinabfließen – ob gerade oder in Schleifen.
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