Kevelaer: Schnee hält Flieger am Boden
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 06.01.2009Kevelaer (RPO). Zwischen 6 und 7 Uhr ging am Flughafen Weeze nichts mehr. Eine Stunde lang wurden Start- und Landebahn vom Schnee befreit. Den gesamten Tag über mussten die Passagiere 60 bis 90 Minuten auf ihren Flug warten.
20 bis 30 Zentimeter Neuschnee hatten auch den Flughafen über Nacht in eine Winterlandschaft verwandelt. Während gewöhnlich um 6 Uhr die ersten Maschinen abheben, blieben die Rollbahnen gestern um diese Zeit leer. Die Stunde der Räumfahrzeuge hatte geschlagen.
Eine Stunde lang befreiten ein Dutzend Mitarbeiter mit ihren Kehrblasmaschinen und Raupenfahrzeugen mit Schneeschaufeln das Vorfeld sowie die Roll-, Start- und Landebahnen von der weißen Pracht. Eine Stunde, die im Flugbetrieb fehlte – 40 bis 50 Starts und Landungen konnten erst mit Verspätung erfolgen, 6000 Passagiere mussten 60 bis 90 Minuten auf ihren Flug warten.
120 Tonnen Streusalz
Die Räumfahrzeuge der Straßenmeisterei Geldern räumen die Straßen mit einem Schneepflug und streuen gleichzeitig Salz.
Pro Fahrzeug und Schicht werden etwa 15 Tonnen Streusalz gebraucht, an einem Tag wie gestern insgesamt rund 120 Tonnen.
600 Tonnen Salz sind in der Straßenmeisterei gelagert, notfalls wird kurzfristig nachbestellt.
„Die Schneefälle waren ja angekündigt, das war keine Überraschung. Die Mitarbeiter des Räumdienstes haben sehr schnell und gründlich gearbeitet. Das war eine tolle Leistung“, lobte Flughafensprecher Holger Terhorst die Arbeit der Angestellten.
Für einen 27-jährigen Autofahrer aus Goch und seine 21-jährige Begleiterin aus Kevelaer hatten die Witterungsverhältnisse schlimme Folgen. Am späten Sonntagabend hatte auf der bereits schneebedeckten B 9 ein 37-jähriger Gelderner mit seinem Chrysler Voyager einen vorausfahrenden Wagen überholt. Als dann ein nachfolgender 27-jähriger Gocher mit seinem BMW seinerseits den Chrysler überholen wollte, touchierte er offenbar den Voyager, so die Polizei.
Zwei Schwerverletzte
Durch den leichten Anstoß verlor der 27-Jährige die Kontrolle über seinen BMW. Das Auto geriet ins Schleudern, kam von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Der 27-jährige Fahrer wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt und musste von Einsatzkräften der Weezer Feuerwehr mit der Rettungsschere aus dem Auto befreit werden.
Ebenso wie seine 21-jährige Beifahrerin aus Kevelaer wurde der 27-jährige BMW-Fahrer mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus transportiert. Der Fahrer des Chrysler blieb unverletzt. Abgesehen von einem weiteren Blechschaden verlief der gestrige Tag für die Polizei jedoch ruhig. Kreispolizei-Sprecher Heinz van Baal lobte die Autofahrer: „Wenn bei den Verhältnissen nicht mehr passiert, sind die Leute vorsichtig und vernünftig gefahren.“
Nicht nur die Autofahrer mussten mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einkalkulieren: Bei der Bahn sorgte die Witterung landesweit für Verspätungen. „Es lief zwar nicht so rund wie sonst, aber wir mussten keine Strecke sperren“, erklärte Gerd Felser, Bahn-Sprecher für Nordrhein-Westfalen. Ohne größere Probleme konnten die Straßenräumdienste ihrer Aufgabe nachkommen. Die für die Kevelaers Bundes- und Landstraßenzuständige Straßenmeisterei Geldern war mit fünf Fahrzeugen von halb drei morgens bis zum späten Abend dabei, die Straßen zu räumen und zu streuen. Auch die Fahrzeuge des städtischen Betriebshofes waren im Einsatz. „Wir sind relativ gut durchgekommen“, sagte Betriebshofleiter Johannes Baaken. Mit zusätzlichem Personal sei die Situation gut zu bewältigen gewesen.
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