Kevelaer: SPD will gemeinsamen Oppositions-Kandidaten
zuletzt aktualisiert: 25.02.2008Kevelaer (RPO). Der SPD-Ortsverein Kevelaer hat in seiner Jahreshauptversammlung einstimmig für einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten der Oppositionsparteien votiert. Heinz Ermers, der als Ortsvereinsvorsitzender wiedergewählt wurde, erklärte, man warte noch die Versammlung der FDP ab, dann werde man sich mit den Liberalen und KBV zusammensetzen und über die Kandidatenkür sprechen. Ermers geht davon aus, dass ein gemeinsamer Kandidat nach der Sommerpause feststeht. Namen wurden vorerst nicht genannt. Unklar sei noch, ob die Kevelaerer Grünen sich an den Beratungen beteiligen werden.
Neben der unspektakulären Neuwahl des Ortsvorstandes standen die Rechenschaftsberichte des Vorsitzenden und von Fraktionschefin Sigrid Ehrentraut auf der Tagesordnung. Ermers zeigte sich überzeugt, dass die SPD weiter an Profil gewonnen habe, nicht zuletzt durch ihre klare Linie beim Bürgerbegehren gegen die Kernsanierung des Rathauses.
„Kevelaer wird von außen regiert“
Auch Sigrid Ehrentraut übte herbe Kritik an der CDU. Die Christdemokraten seien völlig zerstritten und nicht in der Lage, mit ihrer Mehrheit etwas anzufangen. In der Verwaltung herrsche ein Klima von Geheimniskrämerei und Entscheidungsunfähigkeit. „Wir verlieren einen Investor nach dem anderen“, warnte Ehrentraut mit Blick auf das Tauziehen um die Ansiedlung von Burger King und Co.
Wolfgang Funke, der die Versammlung am Freitagabend leitete, kritisierte die häufige Ausschreibung externer Gutachten durch die Stadt: „Gibt es dort gar keinen Sachverstand mehr? So etwas habe ich in meinen Jahren als Ratsmitglied nie erlebt.“ Bemängelt wurde erneut, dass die Verwaltungsspitze nicht in Kevelaer selber wohne. „Kevelaer wird von außen regiert“, spottete ein Mitglied. Neben dem Bürgermeister und den beiden Beigeordneten komme mit Ralf Pueplichuisen nun ein Kämmerer hinzu, der ebenfalls nicht in Kevelaer lebe.
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