Weeze: "Stopp Laarbruch" gibt auf
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 15.08.2009Weeze (RPO). Die Flughafengegner haben sich mit dem Airport geeinigt: Gegen eine Zahlung von insgesamt 600.000 Euro als Entschädigung wollen sie die Klagen zurückziehen. Der Verein bleibt für alle Fälle erhalten.
Die Einigung
Der Kompromiss, den Flughafengesellschaft und "Stopp Laarbruch" vereinbart haben, wurde mit etwa drei Vierteln der Stimmen angenommen, teilten Teilnehmer mit. Eine Entschädigung bekommen nur die Lärmgeschädigten, die auch Mitglieder des Vereins sind. "Stopp Laarbruch" wird als Verein bestehen bleiben, um im Bedarfsfall – etwa im Falle eines neuen Genehmigungsverfahrens, das Nachtflug zum Thema hätte – seine Aktivitäten wieder aufnehmen zu können.
Die Mitglieder des Vereins "Stopp Laarbruch" haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, sich mit dem Flughafen Weeze zu einigen. Die vier privaten Kläger wollen ihre Klagen zurückziehen. "Sehr glücklich" ist darüber Flughafenchef Ludger van Bebber, der davon ausgeht, dass die Kläger wie erwartet handeln werden. Schließlich seien sie den Weg mit dem Verein gemeinsam gegangen – auch, weil der bisher das finanzielle Risiko abgedeckt habe und dafür künftig eben nicht mehr zur Verfügung stehen. "Wir hoffen zutiefst, dass sich nun auch die Gemeinde Bergen neu orientieren wird."
Großer Schritt nach vorn
Bei einer nicht-öffentlichen Versammlung (RP von gestern) hatten die Mitglieder erfahren, dass sie 5000 Euro vom Flughafen als Entschädigung bekommen, wenn die Klagen zurückgezogen werden. Weezes Bürgermeister Ulrich Francken ist erleichtert über das Signal aus Winnekendonk. "Im Interesse der Region kann man die angekündigte Rücknahme der Klagen nur begrüßen. Für uns als Kommune bedeutet das, dass jetzt das ganze Flughafengelände dynamisch entwickelt werden kann. Mit der Genehmigung für den Airport ist ja auch das euregionale Zentrum verbunden. Dies ist ein wesentlicher Schritt nach vorn." Dem Airport-Geschäftsführer dankt er für das "gelungene Management".
Landrat Wolfgang Spreen bemüht sich, die Einigung nicht gleichzusetzen mit dem noch ausstehenden Schritt, die Klagen tatsächlich zurückzuziehen. "Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn der jahrelange Rechtsstreit einvernehmlich beendet würde. Sollte es dazu kommen – und dafür spricht ja die jüngste Entwicklung – wird hoffentlich auch die Gemeinde Bergen ihre Haltung überdenken. Aber selbst wenn nicht: Die Richter werden den Staatsvertrag zwischen Deutschland und den Niederlanden in ihre rechtliche Einschätzung einbeziehen."
Bester Laune zeigte sich Ahmet Siegel, der als Mitglied von "Stopp Laarbruch" an der Abstimmung teilgenommen hatte. "Es ist gut, dass der Rechtsstreit ein Ende findet, aber das Ergebnis ist natürlich für die übrigen Kläger sehr dünn." Siegel und ein weiterer Kläger, die sich schon vor Monaten mit dem Airport einigten, haben finanziell weit mehr erreicht als die verbliebenen Kläger. "Wenn auch keinesfalls die utopischen Summen, die die Grünen in die Welt posaunt haben", versichert Siegel. Die Rede war von insgesamt 4,4 Millionen Euro.
Siegel betont, die hiesigen Flughafengegner hätten mehr erreicht als Gleichgesinnte irgendwo sonst. "Über 50 000 Flugbewegungen pro Jahr sind nicht möglich, es gibt kaum Kunstflug und nur leises Fluggerät." Er sei froh, wenn sich seinetwegen niemand um den Arbeitsplatz sorgen müsse, versichert der Ex-Vorsitzende des Vereins.
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