Kevelaer: Streit um Linden-Parkplätze
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 16.06.2009Kevelaer (RPO). Der Planungsausschuss wird sich Mittwoch auf Antrag von SPD und FDP zum zweiten Mal mit einem Parkverbot unter den Linden an der Friedensstraße beschäftigen. Viele Bürger haben für einen Erhalt der Parkplätze unterschrieben.
Soll das Parken unter den Linden an der Friedensstraße erlaubt sein? Mit dieser Frage wird sich der Kevelaerer Planungsausschuss am Mittwoch zum zweiten Mal beschäftigen. Zwar hatte das Gremium auf einen Antrag der Grünen hin am 19. März beschlossen, dass zum Schutz der Baumwurzeln das Parken an Ort und Stelle verboten und als zusätzlicher Schutz eine Hecke gepflanzt werden soll.
SPD und FDP haben jedoch einen neuen Antrag gestellt. Sie sind der Meinung, dass die Belange der Anwohner sowie der Bewohner und Angestellten des Elisabethstiftes Vorrang haben. Die Gefahr für die Bäume halten sie für überzogen: "Seit Jahrzehnten wird dort unter den Linden geparkt, ohne dass die Bäume sichtbare Schäden aufweisen."
Mittwoch um 18.30 Uhr
Der Planungsausschuss beginnt morgen, Mittwoch, um 18.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses, Peter-Plümpe-Platz. Auf der Tagesordnung steht auch eine Anfrage zur Verkehrssituation der Kreuzung Velder Dyck/B 9 und die Parkraumbewirtschaftung während der Zeiten des Wochenmarktes.
Es sei unwahrscheinlich, argumentieren SPD und FDP, dass Arbeitgeber für die Parkgebühren ihrer Mitarbeiter zahlten, also würden letztere sich auf die kostenlosen Anliegerparkplätze stellen. Inzwischen liegen der Stadt zudem 70 Unterschriften von Bürgern vor, die das Parken unter den Linden erhalten wissen möchten. Dazu zählen Mitarbeiter des Seniorenheims ebenso wie Anwohner, die befürchten, dass im Falle eines Parkverbotes "ein intensiver Parksuchverkehr zu chaotischen Verhältnissen führen" werde.
Die Fraktion von Bündnis 90/Grüne hatte dagegen auf das Urteil von Fachleuten verwiesen, laut denen die Linden durch die parkenden Autos geschädigt werden: "Gerade im Hinblick auf den innerstädtischen Klimaaustausch hat der Erhalt von Bäumen eine hohe Priorität." Die Unterschriftenaktion sei ein Versuch von SPD und FDP, Mitarbeiter und Besucher des Seniorenheimes aufzuwiegeln, ein "jämmerlicher Versuch, einige Wähler zu ködern."
FDP-Stimme fiel unter den Tisch
FDP-Ratsherr Klaus Sadowski hat zu diesem Tagesordnungspunkt noch ein anderes Anliegen. Er hatte am 19. März gegen das Parkverbot gestimmt. In der Niederschrift fiel seine Stimme jedoch weg – dort wurde allgemeine Zustimmung vermeldet. Sadowski hakte bei der Stadt nach. "Der Protokollführer hat mir schließlich ,nach Sichtung der Handakten' bestätigt, dass ich gegen den Beschluss gestimmt habe." Umso verblüffter ist der FDP-Mann über die neue Ausschuss-Vorlage. Denn darin fällt seine Stimme wieder unter den Tisch: Am 19. März sei "einstimmig beschlossen" worden, das Parken unter den Linden zu verbieten, heißt es da. "Das werde ich der Verwaltung morgen unter die Nase reiben", kündigt Sadowski an.
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