Kevelaer: Sturm legt Verkehr lahm
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 13.07.2010Kevelaer (RPO). Straße, Schiene und Luftverkehr waren gestern vom kurzen, aber heftigen Gewitter betroffen: Die A 57 bei Weeze musste kurzfristig ebenso gesperrt werden wie die Landebahn in Weeze. Die Bahn fiel bis zum Abend aus.
Die Schwüle und der Wetterbericht hatten es schon seit Stunden angekündigt. Wie plötzlich das Gewitter gestern gegen 12 Uhr los brach, erstaunte die Menschen in Kevelaer und Umgebung dann doch. Der bedeckte Himmel verdunkelte sich, ersten feinen Tröpfchen folgten schnell dicke Tropfen, die sich innerhalb von Sekunden zum Starkregen verdichteten. Schlimmer als der Regen war aber der Sturm: Innerhalb kürzester Zeit brachen beindicke Äste von den Bäumen, andere wurden komplett entwurzelt, Schilder krachten um. Ängstliche Verkehrsteilnehmer hielten mit Warnblinklicht an.
Während Autofahrer, die zum Beispiel auf der B 9 Richtung Weeze oder Geldern unterwegs waren, den Bäumen und Ästen meist ausweichen konnten, hatten Bahnreisende Pech: Weil Baumteile auf die Schienen gefallen waren, kam es zu Ausfällen. "Zwischen Kevelaer und Weeze konnten wir die Sicherheit nicht mehr gewährleisten und bekamen von der Deutschen Bahn um 12.20 Uhr die Order, den Betrieb einzustellen", sagt Nordwestbahn-Sprecherin Katja Diehl. Sechs Züge, die zwischen Düsseldorf und Kleve unterwegs waren, mussten anhalten. "In solchen Situationen müssen unsere Fahrzeugführer auf Sicht fahren und dürfen das nur ohne Fahrgäste", erklärte Diehl. Die Kunden wurden an den Bahnhöfen aus den Zügen komplimentiert. Bis zum Abend rechnete die Nordwestbahn mit anhaltenden Störungen.
Polizei im Dauereinsatz
Innerhalb weniger Minuten gingen bei der Polizei-Leitstelle gestern massenhaft Notrufe ein. Bäume fielen auf parkende Autos, in Teilen des Kreises fiel der Strom aus. Ampeln waren gestört und standen auf Dauer-Rot. Erst gegen 14 Uhr beruhigte sich die Einsatzlage aus Sicht der Polizei, so dass bis dahin noch unerledigte Einsätze wahrgenommen werden konnten. Bei der Polizei-Leitstelle liefen innerhalb der zweistündigen Haupteinsatzzeit allein 55 witterungsbedingte Einsätze auf.
Autobahn gesperrt
Nicht nur auf den kommunalen und Landstraßen lagen Bäume und Äste auf den Fahrbahnen, Geh- und Radwegen – auch die Autobahn hatte es erwischt. Zum Glück gab's keine Personenschäden, hieß es bei der Kreisfeuerwehr, die in der Akutphase kreisweit 219 Einsätze zählte. Die A 57 zwischen Goch und Uedem / Kervenheim war eine Weile gesperrt. Ein Baum, der auf der Mittelleitplanke lag, versperrte beide Fahrbahnen. Die Feuerwehr hatte auch einige Brände durch beschädigte Hochleitungen zu löschen.
"Am Ortseingang ist ein Fahnenmast mit der Weezer Ortsflagge umgeknickt", sagte Georg Koenen vom Bereich Ordnung im Weezer Rathaus. Kurzzeitig fiel in einigen Bereichen der Strom aus.
In Kevelaer waren alle Löschzüge im Einsatz, die Männer vom Bauhof arbeiteten auch nach Dienstschluss weiter, sagte Stadtbrandmeister Heiner Schraml. Er ist froh, dass die Schäden überschaubar blieben.
Für gut 20 Minuten musste auch der Flugbetrieb in Weeze gesperrt werden. "Die Maschinen nach Valladolid und Bergamo sind eine Dreiviertelstunde später gestartet. Schäden haben wir nicht zu verzeichnen", sagte Airport-Pressesprecher Holger Terhorst.
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