Kevelaer: Super-Samstag erwartet
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 28.12.2007Kevelaer (RPO). Der Kevelaerer Einzelhandel zeigt sich mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Große Erwartungen haben die Geschäftsleute für den 29. Dezember. Viele Kunden, kalkulieren sie, werden den Tag zum Geldausgeben nutzen.
Vor einem Monat hätte Markus Kaenders nicht auf ein gutes Weihnachtsgeschäft gewettet. „Der November war sehr schwach“, sagt der Inhaber des gleichnamigen Modehauses. „Da stapelt man tiefer.“ Um so erfreulicher hätten er und die anderen Geschäftsleute reagiert, als das Weihnachtsgeschäft doch gut anlief, berichtet der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Busmannstraße. Das Tief im November hat seiner Meinung nach den Schlagzeilen über die Gebührenerhöhungen im kommenden Jahr zu tun.
Gutscheine auch für Mode
Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind die Tage der Umtauscher und Gutschein-Einlöser, bestätigt Kaenders. Auch in der Modebranche werden deutlich mehr Gutscheine vor Weihnachten ausgestellt – vor allem in den letzten Tagen vorm Fest. „Das geht im Wert von zehn bis 50 Euro, manchmal auch höher, sozusagen als eigentliches Hauptgeschenk.“ Ansonsten kann Kaenders keinen Trend zum späteren Weihnachtseinkauf erkennen. „Bei uns war es von Anfang Dezember an gleichmäßig.“
Kaenders und andere Geschäftsleute rechnen damit, dass viele Kunden den Samstag für Einkaufsbummel nutzen und Gutscheine und geschenktes Geld ausgeben werden. „Wenn die Feiertage günstig für die Arbeitnehmer liegen, dann liegen sie in der Regel auch günstig für den Einzelhandel“, meint er.
Auch in der Bücherstube Aengenheyster hoffen die Mitarbeiterinnen auf einen besonders guten Samstag. Ansonsten sind die Buchhändlerinnen mit dem Geschäft im Dezember zufrieden. „Es fängt allerdings immer später an“, sagt Hildegard Frohn. Umtäusche hielten sich gestern noch in Grenzen. „Eine Dame aus Neuss ist gekommen und hat eine CD mit Orgelmusik umgetauscht“, sagt sie. „Die war für die Beschenkte offenbar zu anspruchsvoll.“ Junge Leserinnen hätten Teile einer Buch-Serie umgetauscht, die sie schon im Bücherregal hatten. „Insgesamt kaufen die Leute aber konzentriert ein“, sagt die Buchhändlerin. Oder gehen auf Nummer Sicher und schenken einen Gutschein. „Das hat vor Weihnachten deutlich angezogen.“ Es sei nun einmal nicht immer leicht, den individuellen Geschmack zu treffen.
Dabei gehen viele Käufer seit Jahren den bewährten Weg und verschenken „Harry Potter“-Bücher. Der neueste Band, sagt Frohn, sei weggegangen wie die viel zitierten Semmeln, aber auch frühere Teile, als Ergänzung der Potter-Sammlung. „Viel verkauft haben wir auch ,Tintentod’ von Cornelia Funke“, sagt sie. Und mit dem „Goldenen Kompass“ steht gleich das nächste mehrbändige Fantasy-Epos in den Startlöchern.
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