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Weeze: Und über allem steht der Alex (Berlin/Deutschland)

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 - 15:04

Der Fernsehturm im früheren Ost-Teil der Bundeshauptstadt ist eine prima Orientierungshilfe, wenn Nicht-Berliner nicht mehr wissen, wo’s langgeht. Es gibt so viel zu sehen und erleben in Berlin. Ein Tag ist da recht kurz – aber lang genug, um sich einen Überblick zu verschaffen.

5.30 Uhr Die Zeiten, in denen am Airport Weeze gähnende Leere herrschte, sind vorbei: Die Schlangen vor den Sicherheits-Schaltern sind mehrere dutzend Meter lang. Reisende rennen hektisch durch die Halle und ziehen Koffer hinter sich her.

6.30 Uhr Der Flieger nach Berlin rollt auf die Startbahn. Er ist ausgebucht.

7.35 Uhr Ankunft in Berlin-Schönefeld. Nur mit Handgepäck geht es flott durch die Gänge des Flughafens in Richtung S-Bahnhof. Dazu marschiert man einen mehrere hundert Meter langen überdachten Gang links vom Terminal entlang.

7.58 Uhr Die S 9 (Richtung Spandau) fährt am Gleis 13 ab. 8.45 Uhr Ausstieg an der Haltestelle Hackescher Markt in Berlin-Mitte. Weil die Stadt noch schläft und alle Geschäfte geschlossen haben, gibt’s erst einmal gemütlich einen Kaffee in einem Café an den Hackeschen Höfen. Leute gucken und langsam wach werden.

9.45 Uhr Vom Hackeschen Markt aus geht es zu Fuß über die Spandauer Straße in Richtung Alexanderplatz. Der ist ganz einfach zu finden: Der Fernsehturm „Alex“ steht in Berlin über allem und ist eine prima Orientierungshilfe. Man kann ihn nämlich von fast überall sehen.

10 Uhr Den Alexanderplatz sollte man zwar gesehen haben. Schön muss man ihn aber nicht finden.

10.30 Uhr Vom Alex geht es zu Fuß über die Spandauer Straße in Richtung Rotes Rathaus. Einmal drumrum laufen, dann zur U-Bahn-Station „Klosterstraße“ gehen. Kaum unter der Erde, gibt’s Ruhe: Die Station ist wunderschön mit alten Lampen und Kacheln gestaltet. Es wirkt wie in einem anderen Jahrhundert.

10.45 Uhr Mit der U 2 (Rote Linie) fahren wir in Richtung Ruhleben bis zur Haltestelle Potsdamer Platz. Dort steht zurzeit eine Eisbahn samt Wintermarkt. Im Sony-Center ist die Dachkonstruktion zu bewundern und wird viel fotografiert.

11 Uhr Über die Ebertstraße laufen wir auf das Brandenburger Tor zu. Rechter Hand ist das Holocaust- Mahnmal zu sehen. Allerdings ist von dieser Seite aus keine Erklär-Tafel zu entdecken. Zwischen den Stelen laufen Menschen herum. Einige wundern sich, ein Kind ruft begeistert „Ich habe einen Mülleimer gefunden!“ Andächtige Stimmung kommt leider nicht auf.

11.30 Uhr Weiter zum Brandenburger Tor. Dort steht eine Touristengruppe aus der Türkei und lässt sich mit Komparsen in Militäruniform mit Blick auf das Brandenburger Tor fotografieren. Wer es ruhiger mag: links des Tores (von Osten her betrachtet) gibt es einen „Raum der Stille“.

12 Uhr Vom Brandenburger Tor aus gehen wir zum Reichstagsgebäude. Hinter dem Prachtbau markieren Bodenplatten, wo die Mauer damals stand. Wer Berlin von oben anschauen möchte, stellt sich an der Besichtungsschlange an (lange Wartezeit!) und fährt mit dem Aufzug in die gläserne Kuppel von Star- Architekt Sir Norman Foster. Der Besuch lohnt sich, das Bauwerk ist faszinierend.

14 Uhr Vom Reichstagsgebäude gehen wir über die Adenauerstraße am Paul-Löbe-Haus vorbei. Vorne links ist der riesige Bahnhof zu sehen. Da wollen wir aber nicht hin, sondern durch den Spreebogenpark zum Spree-Ufer. In herbstlicher Kälte steht dort ein Saxophonist und spielt nur für sich. Die Akustik mit den Mauern des Spree- Bettes ist großartig. Das hat Hauptstadt- Flair.

14.15 Uhr Über die Kronprinzenbrücke gehen wir zur Reinhardtstraße wieder Richtung Berlin-Mitte. Am Ende der Rheinhardtstraße (Nummer 20) ist auf der linken Seite ein Bunker zu sehen. Darin beherbergt: die Kunst-Sammlung Boros. Besichtigung samstags und sonntags und nach Anmeldung (www.sammlung-boros.de).

15 Uhr Wir biegen links in die Friedrichstraße und nach einigen hundert Metern rechts in die Oranienburger Straße ein. Dort ist auf der rechten Seite das Kunsthaus Tacheles zu sehen: ein selbstbestimmtes, abrissreifes früheres Kaufhaus, in dem Ausstellungen zu erleben sind. Allein das beschmierte Gebäude und der Innenhof, in dem Metall-Skulpturen stehen, die auch „Karl“ im Buch „Herr Lehmann“ hätte anfertigen können, ist einen Besuch wert.

15.30 Uhr Wir wechseln die Straßenseite und biegen in die Auguststraße ein. An der nächsten Kreuzung liegt das Café „Keyser Soze“ (Tucholskystraße 33). Zeit für eine Pause zwischen vielen Vätern mit Kinderwagen, müden Musikern und klischeehaften Berlin-Mitte- Bewohnern. Schön.

16.30 Uhr Es geht weiter über die Auguststraße. Dort gibt es zahlreiche Galerien, die einen Besuch lohnen. Rechts geht es in die Gipsstraße, auch dort sind tolle Galerien. Parallel dazu liegt die Sophienstraße, ebenfalls bestens für Kunstintereressierte geeignet. Die Straße führt übrigens zurück zu den Ha- Und über allem steht der Alex Der Fernsehturm im früheren Ost-Teil der Bundeshauptstadt ist eine prima Orientierungshilfe, wenn Nicht-Berliner nicht mehr wissen, wo’s langgeht. Es gibt so viel zu sehen und erleben in Berlin. Ein Tag ist da recht kurz – aber lang genug, um sich einen Überblick zu verschaffen. ckeschen Höfen, wo inzwischen Leben eingekehrt ist: Berlin-Mitte ist aufgewacht und wuselt in den tollen verschachtelten Häusern und Hinterhöfen herum.

17 Uhr Zu Fuß geht’s weiter über die Rosenthaler Straße Richtung Norden. Nicht verpassen: Auf der linken Straßenseite liegt der Second- Hand-Laden „Wahnsinn Berlin“, geöffnet von 12 bis 20 Uhr. Der Name ist Programm: Alte Telefone, Möbel und Kleider aus Omas Schrank. Muss man nicht kaufen, sollte man aber gesehen haben.

17.30 Uhr Am Rosenthaler Platz rechts abbiegen in den Weinbergsweg. Es geht zum ersten Mal einen Berg (naja, eher Hügel) hoch. Wir sind in Prenzlauer Berg. Weiter geradeaus über die Kastanienallee bis zur Oderberger Straße (links). Dort steht auf der linken Straßenseite das Café „Kauf Dich Glücklich“, wo es neben Möbeln großartige selbstgemachte Waffeln gibt. Am Ableger „Glücklich am Park“ sind wir übrigens schon vorbeigekommen: Das Café, das wegen des geringen Innen- Platzangebotes eher in den Sommermonaten zu empfehlen ist, liegt da, wo der Weinbergsweg in die Kastanienallee übergeht.

18 Uhr Ein paar Häuser weiter ist das „Bonanza Coffee Heroes“. Berliner sagen, dort gebe es den besten Kaffee der Stadt. Wir testen und sind begeistert: Die Berliner haben vollkommen recht. Unbedingt probieren!

18.45 Uhr Über die Eberswalder Straße geht es zur gleichnamigen U-Bahn-Station. Müde steigen wir in die U 2 zum Zoologischen Garten. Dort fährt der Bus 100 ab, der uns zum Alexanderplatz bringt. Oben auf der linken Seite Platz nehmen, dann gibt es einen tollen Blick auf die Siegessäule.

19.30 Uhr Mit der S-Bahn 9 zurück zum Flughafen Schönefeld. Die Fahrt dauert eine knappe Dreiviertelstunde.

21.25 Uhr Check-in für den Heimflug nach Weeze. Die Füße schmerzen, doch es hat sich gelohnt.


 
 
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