Kevelaer: Urlauber wollen endlich heim
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 20.04.2010Kevelaer (RPO). In den Hotels und Ferienanlagen herrscht ein Thema vor: Wie kommen wir nach Hause? Auch ein junger Straelener und seine Freundin sitzen auf Gran Canaria fest. Sie haben auf Montag umgebucht.
weeze / Gran Canaria Mit so viel Urlaub hatte Daniel Krawinkel gar nicht gerechnet. Eigentlich wollte der junge Straelener nur eine erholsame Woche mit seiner Freundin an der Playa de Aguila im Süden von Gran Canaria verleben. Aber der Vulkanausbruch in Island bescherte ihm eine ungeplante verlängerung. Krawinkel sitzt fest – erst für Montag hat er einen Rückflug ergattert.
"Gestern hätte es eigentlich zurückgehen sollen. Doch der Ryanair-Flug nach Weeze fand natürlich nicht statt. Wir hatten gehofft, wir könnten vielleicht zu einem anderen Flughafen umbuchen, um so eventuell schon am Donnerstag nach Hause zu kommen. Aber das geht nicht." Für den jungen Mann, der kürzlich sein Studium abgeschlossen ist und jetzt freiberuflich tätig ist, ist das nicht so schlimm. Aber seine Freundin Stefanie Brimmers hätte eigentlich schon an die Uni zurückkehren sollen.
Schon fünf Tage
Seit Donnerstag, 15. April, ist der Flugbetrieb eingeschränkt, von Freitag an flog in Weeze und über fast ganz Europa nichts mehr. Ryanair fliegt ab Weeze unter normalen Bedingungen rund 50 Ziele an – einige mehrmals am Tag, andere nur zweimal in der Woche. Bis zu 10 000 Passagiere pro Tag sind vom Flugstopp betroffen. In Weeze "parken" fünf Maschinen.
Mietwagen sehr teuer
"Zum Glück konnten wir in unserer Appartementanlage bleiben, schließlich kommen ja keine Touristen nach. Das Zimmer stand also weiter zur Verfügung – allerdings müssen wir nun kräftig nachzahlen." Keine Alternative sei es, mit einem Mietwagen zurück zu fahren. "Wir hatten überlegt, von Gran Canaria nach Madrid zu fliegen, das geht nämlich noch. Aber die Leihwagen sind jetzt doppelt so teuer wie noch vor einer Woche." So genießt das Paar eben zusätzliche Urlaubstage am Strand. Wie den Straelenern geht es derzeit ungezählten Fluggästen. Ungezählt sind sie bislang tatsächlich. Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt sagt, dass es wohl zehntausende Passagiere gibt, die darauf warten, nach Weeze zurückfliegen zu können. Es sind ja nicht nur diejenigen, die in den letzten Tagen "gestrandet" sind. Viele Menschen wollten einfach aus dem Urlaub zurückkehren, den sie womöglich schon vor 14 Tagen begonnen haben. "Wenn wieder geflogen werden kann, werden wir zusätzliche Maschinen einsetzen." Sie rät, Umbuchungen online vorzunehmen – die zwei Telefon-Hotlines seien noch immer überlastet. Wie berichtet, wird Ryanair vor morgen keinesfalls fliegen.
Flughafensprecher Holger Terhorst findet es gut, dass die irische Airline nicht allzu kurzfristig plant. "Es ist für die Fluggäste besser, sich darauf einrichten zu können, dass in den nächsten Tagen keine Flüge möglich sind. Von Tag zu Tag zu hoffen macht keinen Sinn."
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