Kevelaer: "Vereine binden die Jugend"
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 13:23Kevelaer (RPO). Die Mobile Redaktion der Rheinischen Post war in Winnekendonk. Mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Menschen aus dem Ort sprachen wir über die Angebote in der Ortschaft und sammelten Anregungen.
Die Jugendarbeit in Winnekendonk lebt von den Vereinen – darüber war man sich einig an den Stehtischen der Mobilen Redaktion auf dem Alten Markt in Winnekendonk. "Die gute Vereinsstruktur ist das A und O. Vor allem die Landjugend ist ein sehr aktiver Verein und bindet viele Jugendliche", sagt Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg und erntet zustimmendes Nicken von den Anwesenden. Auch Feuerwehr, Schützen, Musik- und Sportvereine hätten große Jugendabteilungen vorzuweisen. "Wir haben eine wirklich gute Vereinsstruktur, in der die Jugendlichen gut aufgehoben sind", meint auch Heinz Ermers, SPD-Ortsvereinsvorsitzender. "Als Kommune unterstützen wir deshalb die Vereine finanziell in ihrer Jugendarbeit", erläuterte Matthias Jansen, Fachbereichsleiter Jugend. Er hob auch die Bedeutung des Jugendraumes für den Ortsteil hervor.
Nächster Termin
Am kommenden Donnerstag macht die Mobile Redaktion erneut Station in Kevelaer – diesmal in Kervenheim.
RP-Mitarbeiterin Ellen Schlütter ist vor Ort, um mit Ihnen zu sprechen: Wie steht Kervenheim nach der Schließung der Hausarztpraxis und Apotheke da? Was braucht der Ort? Was kann getan werden? Haben Sie Anregungen? Sagen Sie uns Ihre Meinung: Am Donnerstag, 12. August, von 14 bis 16 Uhr, auf dem Parkplatz beim Edeka-Markt an der Schlossstraße.
Nach Vorschlag von Klaus Sadowski (FDP) sollte etwa das Beispiel der Jugenddisco zu Karneval Schule machen. Die Party richtet sich an Jugendliche bis 18 Jahre, hochprozentiger Alkohol wird nicht ausgeschenkt. "Diese Disco ist sehr beliebt. Wir möchten, dass so etwas vielleicht noch zwei oder drei Mal öfter im Jahr stattfindet", so Sadowksi. "Was wirklich fehlt, ist ein Jugendcafé, wo man sich treffen, Musik hören und auch mal unter Aufsicht ein Bierchen trinken kann", meint Streetworker Werner Timm.
Tonstudio am Probenraum?
Timm hat die Erfahrung gemacht, dass vor allem die Band-Kultur bei den Jugendlichen sehr gepflegt würde. "Events mit Musik kommen immer an", weiß Timm. Auch der Probenraum, der in einem der Munitionsbunker im Traberpark eingerichtet ist, werde gut genutzt. "Fünf Bands sind regelmäßig dort. Und die Absprache untereinander funktioniert dort problemlos", so Timm. Auch hier hat Sadowski einen Erweiterungs-Plan: "Dort könnte ein Tonstudio eingerichtet werden." Martin Püschel (20) fährt am Wochenende öfter in andere Städte. "Dort gibt's eben ein Kino oder Discos, was wir hier ja leider nicht haben", stellt Püschel bedauernd fest. Etwas außerhalb der Ortschaft nutzten viele die Cross-Strecke für Fahrräder, weiß Püschel. Wie Kronenberg hält er Winnekendonk für gut aufgestellt in Sachen Jugend. Martin Püschel selbst ist seit der vierten Klasse bei den Messdienern aktiv. "Aber man muss natürlich auch wollen."
Für einen Teil der Jugendlichen hatten die Anwesenden jedoch nicht recht einen Vorschlag: "Einige Jugendliche wollen einfach nur abhängen", weiß Timm. Doch wenn sie sich auf dem Schulhof treffen, gibt es häufig Ärger wegen des Lärms oder hinterlassenen Mülls. Timm nickt: "Da sind allerdings wenig Gegenangebote möglich – das ist eine Schwierigkeit."
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