Kevelaer: Vergessener Wald-Lehrpfad
VON ELLEN SCHLÜTTER - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Kevelaer (RPO). Wegen des schlechten Zustands des Waldschadens-Lehrpfades wurde Ende 2006 im Ausschuss der Abbau und ein Aufbau eines neuen Naturpfades besprochen. Die FDP fragt jetzt nach, was aus den Plänen geworden ist.
Kevelaer/Schravelen Große Hinweistafeln informierten vor einigen Jahren wissbegierige Waldbesucher in Schravelen über die Schädigung der Bäume. Doch irgendwann waren die Daten auf den Schildern veraltet, die Schrift verblichen und der gesamte Waldschadenslehrpfad in desolatem Zustand – und so geriet er in Vergessenheit. Bis in der Sitzung des Kevelaerer Haupt- und Finanzausschusses im Dezember 2006 die Sprache auf den Pfad nahe der Jugendherberge kam. FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Sadowski hakte nach, es wurde besprochen, den Pfad abzubauen. Jetzt, gut dreieinhalb Jahren nach dem damaligen Ausschuss, fragt die FPD erneut in Sachen Waldschadenslehrpfad nach. "Denn Ende 2006 hatte der ehemalige Beigeordnete gesagt, dass er an der Erhaltung eines Lehrpfades interessiert ist", erläutert Sadowski. Doch bislang war dieser erneut in Vergessenheit geraten.
Beispiel Weeze
In der Nachbargemeinde gibt es seit gut einem Jahr einen Natur-Pfad. Der "Sinnenpfad", der am Tierpark startet, unter der B 9 durch- und von dort in den Wald hineinführt, vermittelt vor allem Kindern viel über Waldtiere, Holz und Wasser.
Acht Stationen gibt es entlang des Natur-Erlebnis-Pfades – darunter Klettergarten, Barfußpfad und Klanghölzer.
Einen Auftrag gab es nicht
Anstoß zur Nachfrage gab ein Besuch beim SOS-Kinderdorf. Denn damals wurde über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf gesprochen. "Dort wusste man von nichts", sagt Sadowski – es habe bislang keine Anfrage gegeben. Innerhalb der Verwaltung ist die Zuständigkeit kompliziert: Rein organisatorisch würde ein solcher Pfad den Stadtwerken zugerechnet, die für die Unterhaltung von Waldwegen verantwortlich zeichnen. Inhaltlich ist jedoch der Umweltschutzbeauftragte der Stadt, Franz Heckens, zuständig. Und der ist von der Nachfrage der FDP eher überrascht: "Einen Auftrag für eine Neu-Errichtung gab es damals gar nicht."
Der Pfad stammt aus den 1980er Jahren, im Laufe der 1990er wurden die Schilder auf den neusten Stand gebracht. "Als zehn Jahre später im Ausschuss darüber gesprochen wurde, waren diese nicht mehr aktuell und in keinem guten Zustand", so Heckens. "Der Bauhof hat daher den Auftrag erhalten, den Pfad abzubauen", sagt Heckens. Tatsächlich findet sich in dem Waldstück keine Spur vom ehemaligen Waldschadenslehrpfad.
Sadowski betont in seinem Schreiben, der Abbau sei mit der Maßgabe geschehen, einen adäquaten neuen Lehrpfad zu errichten. Er könnte sich vorstellen, jetzt mehr auf Hinweise zu den Pflanzen im Wald zu setzen und vielleicht zudem über Naturschutz zu informieren. Das ähnelt Heckens' Vorstellung, nach der ein grundlegend neues Konzept erarbeitet werden müsse, sollte es einen neuen Pfad geben. "Ich könnte mir vorstellen, dass dort die positiven Aspekte des Waldes herausgestellt werden."
Ausgang ist "völlig offen"
Zunächst werde der Antrag nun im Verwaltungsvorstand besprochen. Den Ausgang stuft Heckens als "völlig offen" ein. Auch, ob es eine Zusammenarbeit mit SOS geben könne, ließ Heckens offen. "SOS hätte sicherlich die Möglichkeiten dazu. Aber es gibt ja auch noch andere Einrichtungen."
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