Kevelaer: Viel Trubel in Weihrauch-City
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010 - 13:05Kevelaer (RPO). Zahlreiche Besucher bejubelten trotz der Kälte den Rosenmontagszug in Kevelaer. Es war ein unterhaltsamer Zug – einfallsreich, witzig und frech.
Kalt, aber herzlich – unter diesem Motto hätte der Rosenmontagszug in Kevelaer diesmal auch stehen können. Die Temperatur blieb unter null Grad, dafür lagen die Einfälle der Teilnehmer deutlich überm Durchschnitt – es war einer der unterhaltsamsten Züge der vergangenen Jahre.
Optimismus in der Krise
So verbreiteten "De Schnüselers" Optimismus in der Krise mit dem Spruch "Auf einem Bein kann man doch stehen" – die Gruppe hatte sich als Flamingos verkleidet und prophezeite "rosige Aussichten". Eine Wikinger-Fußgruppe spottete, im Kevelaerer Rat könne man einen hellen Kopf wie "Wickie" gut brauchen, der Rest sei "in der Pfeife" zu rauchen.
Der VFR Blau-Gold
Der "Verein zur Förderung des Rosenmontagszuges" wurde 1977 gegründet. Blau und Gold sind die Farben des Kevelaerer Wappens. Der Verein hat rund 100 Mitglieder und organisiert neben dem Zug auch eine beliebte Kappensitzung und die Wallfahrt der Karnevalisten. Das Motto der Session lautet "Genug lamentiert – nau wörd gefiert".
Eine Gruppe Eskimos zweifelte angesichts der vergangenen Wochen ernsthaft am Klimawandel: "Winter 2010 – so kann's gehen." Eine Fußgruppe hatte sich als glitzernde Disco-Kugeln kostümiert und verkündete selbstbewusst, sie seien "die Leute, die richtig glänzen."
Insgesamt wirkte der Zug frecher als sonst – da rollte ein "Fummel-Camp" vorbei, Piraten gaben ihren Heimathafen als "Weihrauch-City" an, und der Abi-Jahrgang 2010 des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums behauptete forsch "13 Jahre blau – trotzdem schlau".
VFR-Präsident Egon Kammann, der traditionell vor dem Zug ein Kerzchen anzündet, hatte keinen Grund über das Wetter zu mäkeln, denn morgens hatte es noch kräftig geschneit. Mit rund einer Viertelstunde Verspätung setzten sich die mehr als 30 Mottowagen, Fußgruppen und Kapellen vom Europaplatz aus in Bewegung. Von dort ging es über die Gelderner Straße in Richtung Stadtkern.
Waldfeen aus Winnekendonk
Unter dem Motto "Holla, die Waldfee" stand der Wagen der KLJB Winnekendonk-Achterhoek. "Kleine Wichtel und fliegende Feen, Widos Waldgeister sollt ihr sehen", reimte die Katholische Landjugend-Bewegung.
Gleich zweimal waren die Comic-Helden Asterix und Obelix vertreten, einmal durch die Hubertusgilde Keylaer, ein anderes Mal durch den SV Lüllingen. Der noch junge Verein "Zielpunkt Meer" war mit einem Zwölfer-Tandem unterwegs, der KCP mit einem Jubiläumswagen zum 22-jährigen Bestehen – also 11 x 11. Auch der Kevelaerer Karnevals-Club (KCK) war wieder mit eigenem Wagen dabei. Den Schluss des Zuges bildete der Wagen des VFR Blau-Gold mit dem Präsidium und Bürgermeister Axel Stibi.
Wer nach dem Zug weiter feiern wollte, konnte sich von der Kälte ins Warme begeben – entweder zur traditionellen Feier ins Konzert- und Bühnenhaus oder in das Festzelt der Jugendisco auf dem Peter-Plümpe-Platz.
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