Weeze: Von der Öde zur Idylle
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 15.09.2009Weeze (RPO). Die Gemeinde Weeze und das Naturschutzzentrum des Kreises Kleve sind eine Vereinbarung eingegangen. Sie planen Rekultivierungen und wollen etwas für den sanften Tourismus tun.
Naturschutz und Kiesindustrie arbeiten selten im Team. In Weeze jedoch soll's klappen, und die Beteiligten nehmen auch noch die Gemeinde und am Rande den Flughafen mit ins Boot.
Mit Blick auf all' die Umweltauflagen und Ausgleichsmaßnahmen, die der Airport leisten muss, findet dessen Geschäftsführer, Ludger van Bebber, dass er sowieso einer der größten Umweltschützer der Region ist. Aus brachliegender Fläche gesundes Land machen – das ist ein Ansinnen, das alle eint.
Die Gemeinde Weeze und das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve sind jetzt eine Kooperationsvereinbarung eingegangen, die die Rekultivierung und touristische Folgenutzung von Abgrabungen zum Ziel hat.
Naturschutzzentrum
Zum Naturschutzzentrum im Kreis Kleve (Sitz: Rees-Bienen) gehören Kommunen, Landwirtschaft, Jägerschaft, Fischerei, die Schutzgemeinschaft deutscher Wald, aber auch engagierte Naturschützer etwa des NABU. Der Verein ist breit angelegt, um möglichst viele Interessen zu berücksichtigen und gemeinsam das Beste für die Natur herauszuholen, erklärt der Vorstand.
Kein Urwald erwünscht
Gleich hinter dem Parkplatz 2 des Airport schließt sich eine alte Trockenabgrabung an, die, wenn man sie sich selbst überließe, bald zu einem ökologisch nicht sehr wertvollen Urwald verkäme. Weezes Bürgermeister Ulrich Francken betonte gestern, es sei unter vernünftigen Menschen unstrittig, dass ein Interessensausgleich zwischen den Parteien nötig sei.
Die Kiesindustrie baggert rund um Weeze bekanntlich in großem Umfang. Ausgleichsmaßnahmen in der Nähe – gerade solche, die dem Tourismus nutzen – sollen Naturfreunde mit den Abgrabungen versöhnen.
"Das setzt viele intensive Gespräche auch in unserem Hause voraus", berichtet Ulrich Werneke, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums. Die meisten Umweltschützer sähen inzwischen ein, dass es der Natur und den Menschen am besten bekomme, Kompromisse zu schließen.
"Durch Rekultivierungen können sandige Lebensräume entstehen, die den Tieren ganz ähnliche Bedingungen wie in der Natur bieten", sagt Werneke. Auch der Vorsitzende des Vereins mit Sitz in Rees-Bienen, Horst Terfehr, setzt auf Kommunikation. Und freut sich, wenn die Bürger die wiederbelebte Natur genießen können. Vorbild für alle Beteiligten sind die für Spaziergänger bestens erschlossenen Maasdünen in den Niederlanden.
Erwünscht ist, dass etwa zwischen Petrusheim und Flughafen ein Rad und Wanderweg angelegt wird, von dem aus die (künftige) Naturschutzzone zu bewundern ist. Fernziel ist, die Heidelandschaften im Nachbarland mit ähnlichen Gebieten auf deutscher Seite zu vernetzen. Dazu dient ein Interreg-Projekt der Euregio zum Thema "Sand", das heute mit einem Workshop im Wember Bürgerhaus beginnt. KOMMENTAR
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


