Kevelaer: Von Krise keine Spur
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009Kevelaer (RPO). Das Weihnachtsgeschäft ist auch in der Marienstadt angelaufen. Die Einzelhändler zeigten sich fast durchweg sehr zufrieden mit den Umsätzen – trotz des schlechten Wetters.
"Um es auf einen Punkt zu bringen: Von der Krise spüren wir nichts", sagt Udo Holtmann, Geschäftsführer des Cafés Nederkorn. Dabei ist für die meisten Einzelhändler im Moment weniger die Krise ein Thema, sondern das Wetter: "Hauptsache kein Schnee und Eis, dann kommen die Leute nicht in die Stadt", erklärt Holtmann.
Markus Kaenders vom gleichnamigen Modehaus würde sich dagegen insgesamt niedrigere Temperaturen wünschen: "Die Leute realisieren noch nicht, dass Winter ist. Dicker Strick und Jacken gehen im Moment noch nicht sehr gut."
Die Besucher der selbsternannten Weihnachtsstadt trotzten dem schlechten Wetter und kauften eifrig ein. Die Mehrheit der befragten Einzelhändler zeigte sich am Samstag zufrieden mit dem Umsatz. Gabriele Polders hat keine Zeit für ein Gespräch – ihr Laden sei voll, die Kunden warten.
Nischen besetzt
Das Motto der Stadt – unverwechselbar Kevelaer – treffe, so Wirtschaftsförderin Ruth Keuken, auch auf ihre Geschäfte zu. "Neben dem Krippenmarkt, der ein sehr konstantes und treues Publikum anspricht, hat Kevelaer sehr viele inhabergeführte Fachgeschäfte zu bieten, die auch Nischen besetzen", so Keuken. Sie ist überzeugt, dass die Vielseitigkeit der Innenstadt auch Kunden von weiter weg anzieht.
"In einer Stunde, könnten Sie da nochmal anrufen?", bittet sie. Fünf Buchhändler versuchten am Wochenende in der Buchhandlung Bercker in Kevelaer den vorweihnachtlichen Kundenansturm zu bändigen.
Beratung ist gefragt
"Unsere Kunden schätzen besonders unsere Beratung. Viele wissen, dass sie die bei den großen Ketten nicht bekommen", sagt die Geschäftsführerin. "Wir sind als Buchhandel natürlich dankbar für gut geschriebene Bücher, die die Leute lesen wollen", meint sie. In diesem Jahr gebe es vier Titel, die besonders gut verkauft würden: "Die Hütte" von Wiliam P. Young, "Das Symbol" von Dan Brown, "Limit" von Frank Schätzing und die Bücher der Fantasy-Reihe "Eragon".
"Wir haben auf jeden Fall mehr zu tun als im letzten Jahr", meint Veronika Ophey vom gleichnamigen Juweliergeschäft. Woran das liege? "Ich denke, ich habe einfach die richtige Schmuckauswahl getroffen", meint die Geschäftsführerin selbstbewusst. Besonders Juweliere machen traditionell einen Großteil ihres Geschäftes kurz vor dem Fest. "Trotzdem sagen wir immer: Wenn's gut anfängt, hört's auch gut auf", erklärt Ophey.
Sie sei sicher, dass das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr gut würde. "Das erste Adventswochenende war gut und das zweite noch besser", erklärt Ruth Keuken, Wirtschafsförderin der Stadt Kevelaer. Insgesamt steige die Zahl der Besucher, wenn es auf Weihnachten zugeht.
"Das hat sich in den vergangenen Jahren so entwickelt und daran wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern", heißt es.
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