Kevelaer: Was wird aus Wettens Kloster?
VON STEFAN GILSBACH - zuletzt aktualisiert: 28.12.2009Kevelaer (RPO). Vor nahezu sechs Jahren verließen die letzten Schwestern das Kloster Maria Viktoria. Haus und Grundstück gehören nach wie vor dem Orden, der einen Investor sucht. Doch es gibt einen baurechtlichen Haken.
Viele Wettener erinnern sich noch an die Schwestern des Klosters Maria Viktoria. Im dem Gebäude am rechten Niersufer lebten zu den besten Zeiten mehr als 30 Schwestern. Als das Kloster im März 2004 geschlossen wurde, war ihre Zahl auf elf zurückgegangen.
Schwestern waren beliebt
Seither steht das Gebäude leer – zum Bedauern der Wettener, wie Ortsvorsteherin Beate Clasen sagt. "Die Schwestern waren in Wetten sehr beliebt", erinnert sie sich. Einige waren als Erzieherinnen im Kindergarten tätig, andere in der Krankenpflege, zum Beispiel "Schwester Martha". Manche sind auf dem Friedhof der Ortschaft begraben. Bürger kümmern sich ehrenamtlich um die Grabpflege.
Kloster und Grundstück gehören weiterhin den Arenberger Dominikanerinnen. Hauptsitz des Ordens ist das Kloster Arenberg. Dort überlegt man seit Jahren, was man mit dem Haus in Wetten machen kann. "Wir haben mit Investoren gesprochen, die etwa aus dem Gebäude ein Hotel machen wollten", sagt Verwaltungsdirektor Bernhard Grunau. Mit zwei Investoren sei man in Gesprächen.
Es gibt jedoch einen Haken. Das Grundstück des Klosters ist nach geltendem Recht Grünland. "Heute dürfte dort nicht mehr gebaut werden", schildert Grunau das Dilemma. Es gebe keinen entsprechenden Flächennutzungsplan. Um das zu ändern, müsste die Bezirksregierung Düsseldorf eingeschaltet werden. Ein Hindernis, das Investoren nicht fröhlich stimmt.
"Wie es jetzt aussieht, wird dort kein dauerhaftes Wohnen genehmigt." Hinzu komme der Zustand des Gebäudes. "Es ist sehr sanierungsbedürftig", sagt Bernhard Grunau. Der Gedanke an einen Abriss liegt nahe. Aber dann – siehe oben – dürfte möglicherweise auf dem Grundstück nicht mehr neu gebaut werden. Der Orden hat mit der Stadt Kevelaer über das Problem gesprochen. Dort habe man sich zwar entgegen kommend gezeigt, eine Lösung ist aber noch nicht in Sicht.
Die Wettener würden sich über eine neue Entwicklung freuen, ist sich Beate Clasen sicher. Viele Bürger bedauern, dass der frühere Garten gesperrt ist. Wer an der Niers spazieren möchte, muss nun ein Stück am Rande des Altwettener Weges gehen. Angesichts des starken Verkehrs auf der Straße ist das kein Vergnügen. Verwildert sei das Gelände nicht, sagt die Ortsvorsteherin.
Die Struktur des Gartens sei noch zu erkennen, die Obstbäume werden geerntet. Clasen hofft, dass der Bau der OW 1 etwas bewirkt. "Mit so einem Anschluss wäre das Gelände für Investoren attraktiver.
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