Weeze: Weeze: Rückflug mit Hindernissen
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 01.08.2009Weeze (RPO). "Tumultartige Zustände" hat es am Donnerstagabend laut Aussagen einiger Passagiere auf dem Flughafen in Palma da Mallorca gegeben, nachdem die spanischen Behörden nach den Bombenanschlägen ein vorübergehendes Flugverbot ausgesprochen hatten. Auch ein Ryanair-Flug von Weeze zur spanischen Ferieninsel und wieder zurück war davon betroffen (RP berichtete).
Der Flug nach Mallorca hatte 168 Passagiere an Bord und sollte "ungefähr genauso viele wieder mit zurück nach Deutschland nehmen", berichtete der Ryanair-Sprecher Daniel de Carvalho.
Der Grefrather Benjamin Tullmin wollte am Donnerstagabend mit seinen vier Freunden von Mallorca nach Weeze. "Wir standen ungefähr eine Stunde mit den anderen Fluggästen am Gate in Palma und haben gewartet. Weil Ryanair uns keine Informationen gegeben hat, wurden die ersten Leute wütend und sind gegangen. Ein junges Mädchen neben uns hat einen Nervenzusammenbruch bekommen", sagt Tullmin. Er und seine Freunde seien darauf zum Ryanair-Schalter gegangen, wo schon hunderte deutsche und spanische Passagiere heftig gestritten hätten. "Es kam sogar die Polizei. Sie hat den Aggressiveren mit Schlagstöcken gedroht", so Tullmin. Er und seine Freunde seien dann zu einem anderen Schalter gegangen und hätten für den selben Abend noch einen der knappen Flüge nach Deutschland buchen können. "Dafür haben wir noch mal 339 Euro bezahlt. Wir wollten unbedingt weg – auch wegen der Schweinegrippe", berichtet Tullmin.
Familie Scholz aus Kevelaer war ebenfalls von dem ausgefallenen Flug von Mallorca nach Weeze betroffen: "Im Gegensatz zu den anderen betroffenen Fluggesellschaften hat Ryanair uns keine Auskunft gegeben. Wir haben zum Glück noch einen Flug nach Köln bekommen und waren um vier Uhr gestern morgen zuhause. Der Flug hat 580 Euro gekostet", teilte Ursula Scholz gestern der Rheinischen Post mit.
Die Pauschalreisenden hätten rechtlich gesehen nun einen Anspruch gegen den Reiseveranstalter auf Minderung des Reisepreises, wie ein Anwalt der Rheinischen Post sagte: "Es gibt wegen 'höherer Gewalt' jedoch keinen Anspruch auf Ersatz weiterer Schäden". Dennoch wollen Benjamin Tullmin und seine Freunde jetzt rechtlich gegen Ryanair vorgehen: "Wir planen eine Sammelklage gegen den Reiseveranstalter."
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