Weeze: Weezer Veteran trifft Obama
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009Weeze (RPO). Vor 65 Jahren befreiten die Alliierten die von den Deutschen besetzte Normandie. Zu den Gedenkfeiern rund um den "D-Day", den 6. Juni, ist auch ein ehemaliger Fallschirmjäger aus Weeze eingeladen.
Kann sein, dass Karl-Heinz Mayer aus Weeze in einigen Tagen dem amerikanischen Präsidenten Obama die Hand schüttelt. Wie er es vor fünf Jahren schon mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Chirac getan hat. Mayer ist Veteran des Fallschirmregiments 6 und zur Gedenkfeier an die Befreiung der Normandie eingeladen. "Die Medien berichteten 2004 nur von amerikanischen und britischen Veteranen und davon, dass Schröder als erster deutscher Bundeskanzler zu der Feier eingeladen wurde. Uns alte deutsche Soldaten haben sie vergessen – und so wird es wohl auch jetzt wieder sein", meint Mayer. Dank Marc Johnsons, dem britischen Schwiegersohn eines Bekannten aus Weeze, erfuhr die Rheinische Post, dass Karl-Heinz Mayer als einer von vier Überlebenden seines Regiments mit einer diplomatischen Delegation an die Atlantikküste reist.
Aktiv im RAF-Museum
Johnsons, einst in Laarbruch stationiert, besucht derzeit seine Verwandten in Weeze (seine Ehefrau Marion, geborene Hüpen, stammt von dort). "Ich bin wie Mayer Mitglied des Royal-Air-Force-Museumsvereins. Wir unterhalten uns immer, wenn ich hier bin. Ich finde es wunderbar, wenn ältere Leute von der Vergangenheit erzählen. Auch wenn's um Themen geht, die viele am liebsten vermeiden."
Mayer, gelernter Huf- und Wagenschmied, war anders als der britische Freund kein Berufssoldat, sondern "nur" im Kriegsdienst. Die Fliegerei hatte es ihm allerdings schon als Kind angetan. Da der Oldenburger erst in reiferen Jahren nach Weeze kam, hat er den Airport Weeze erst spät kennengelernt. Die Reise wird für den 83-Jährigen, der zuhause abgeholt wird und mit den alten Kameraden im Kleinbus an den Atlantik reist, beschwerlich. Aber er ist stolz darauf, von den ehemaligen Kriegsgegnern für würdig erachtet zu werden, dabei zu sein. "Wir gelten bis heute als ,faire Kämpfer', weil wir damals zum Beispiel einen Tag Feuerpause einlegten, um die Verletzten aus dem Feld zu holen. Das haben uns die Amerikaner zugute gehalten." Karl-Heinz Mayer kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft, musste aber als Kriegsverletzter (ein Lungensteckschuss, der mehrfach operiert wurde) nicht arbeiten. Im August 1945 durfte er nach Hause. Seit damals ist er mit seinen Leidensgenossen in Kontakt geblieben. Die meisten sind inzwischen gestorben – Mayer rechnet damit, nur zwei Regimentskollegen aus Berlin und Bielefeld wiederzusehen. An verschiedenen geschichtsträchtigen Orten wird er Kranzniederlegungen und Ansprachen erleben, heutige Fallschirmspringer sehen und vor allem an der großen Friedensfeier teilnehmen.
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