Kevelaer: Weihbischof: Kevelaer ist seine "Glaubensheimat"
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010 - 11:19Kevelaer (RPO). Es war ein feierlicher, aber vor allem ein herzlicher Empfang, der Weihbischof Wilfried Theising in Kevelaer bereitet wurde. Gestern begann er dort seinen Dienst als Regionalbischof für den Niederrhein.
"Es ist ein eindrückliches Zeichen, dass Du Deinen Dienst in der Region bei der Trösterin der Betrübten beginnst", begrüßte Domkapitular Stefan Zekorn den Weihbischof. Denn Kevelaer sei das geistliche Zentrum des Niederrheins und des ganzen Rheinlandes. Das zeigten nicht zuletzt die mehr als 30 gemeldeten Pilgergruppen, die am Sonntag aus Bonn, Gelsenkirchen, Kleve, Mönchengladbach, Viersen oder Isselburg in die Marienstadt gekommen waren.
Vor zwei Wochen geweiht
Auch den vor zwei Wochen in Münster zum Bischof geweihten Theising zieht es schon lange nach Kevelaer – zur Trösterin der Betrübten. So hat er die Wallfahrt seiner letzten Gemeinde in Borken an den Niederrhein neu belebt. Seine besondere Verbundenheit kommt in seinem Bischofsring zum Ausdruck. Er habe sich von Bischof Felix Genn einen gewünscht, der die Mutter Gottes von Kevelaer zeige. Er wolle sie sichtbar bei sich haben, so Theising. Denn: "Hier (in Kevelaer) habe ich eine Heimat im Glauben."
Obwohl der in Wettringen (Westfalen) geborene Theising sein Amt gerade erst begonnen hat, wird diese Zuneigung augenscheinlich von den Kevelaerern und den zahlreichen Pilgern erwidert. Denn mit ihren Spenden wurde das Pectorale – das Bischofskreuz – angefertigt, das Regionalbischof Theising zu seiner Weihe geschenkt wurde. Es kommt aus einer Kevelaerer Goldschmiede, ebenso wie der Bischofsring und sein Gefäß für das heilige Öl zur Firmung. "Es ist eine große Freude und Ehre, meinen Dienst hier zu beginnen", sagte Theising in seiner Predigt, die stark von seiner persönlichen Beziehung zur Trösterin der Betrübten geprägt war. Kevelaer zeige eindrücklich, dass bei Maria Liebe und Leid zusammengehörten. Alle, die mit ihren Sorgen und Nöten zu dem Bildnis kämen, könnten sich mit Liebe beschenken lassen.
Begonnen hatte Theising seinen ersten offiziellen Besuch in Kevelaer mit einem Pontifikalamt in der wieder einmal überfüllten Marienbasilika. Den Abschluss bildete der päpstliche Segen, der traditionell seit 1884 mehrmals im Jahr in der Wallfahrtsstadt gespendet werden darf – ein Privileg, das Papst Leo XIII. den Kevelaerern verlieh.
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