Kevelaer: Weitere CDU-Austritte nach umstrittener Wahl
zuletzt aktualisiert: 02.02.2009Kevelaer (RPO). Die Zahl der CDU-Mitglieder, die nach der umstrittenen Kandidatenwahl am vergangenen Mittwoch ihr Parteibuch zurückgegeben haben, hat sich weiter erhöht. Das bestätigte gestern Angelika Kobsch, die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Twisteden. "In unserem Ortsverein haben wir mittlerweile fünf Austritte."
Anlass für die Reaktionen ist die Abwahl des Kervenheimer Ortsvorstehers Ernst Umbach als Ratskandidat. Umbach war von dem Ortsverein bereits nominiert worden. Sein dort unterlegener Gegenkandidat Martin Brandts trat auf Stadtebene jedoch erneut an und ließ sich mit Stimmen von CDU-Mitgliedern aus den Ortsverbänden Kevelaer, Winnekendonk und Wetten wählen. Damit wurde die Entscheidung der CDU in Kervenheim faktisch für ungültig erklärt – für Kritiker ein Tabubruch, um unbequeme Personen aus dem Rat zu drängen.
Im Ortsverein Kervenheim selber gibt es noch keine Austritte. "Wir haben Ankündigungen von Mitgliedern gehört, die das tun wollen", sagt Ortsvereins-Vorsitzender Friedhelm Schmitz. "Aber noch liegt uns nichts Offizielles vor." Allerdings habe es zahlreiche Reaktionen von Bürgern gegeben, die über die Umstände der Wahl empört seien. "Die Leute wollen wissen, wie so etwas möglich ist."
Die Twistedener Christdemokraten hatten ebenso wie viele Kervenheimer CDU-Mitglieder während der Sitzung aus Protest den Saal verlassen. Die beiden Ortsvereine gelten als Stibi-kritisch, der neue Kervenheimer Ratskandidat Martin Brandts dagegen als Vertrauter des Bürgermeisters.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


