Weeze: Wie dicht ist Weeze?
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 31.05.2011Weeze (RPO). Auch im Schreinerdorf verlangt das NRW-Landeswassergesetz von Grundstückseigentümern den Nachweis, dass ihre Zuleitungen zum Kanalnetz dicht sind. Die Prüfung kostet rund 500 Euro, oft ist eine teure Sanierung fällig.
Vor diesem Thema würden sich manche Bürger (und die Verantwortlichen in den Gemeinden vermutlich ebenso) am liebsten drücken. Aber es nutzt nichts: Nach dem Landeswassergesetz sind alle Grundstückseigentümer verpflichtet, auf eigene Kosten die Dichtheit ihrer Wasserleitungen prüfen zu lassen.
Das soll im Grundsatz bis zum Jahr 2015 erledigt sei, viele Kommunen nehmen jedoch die Chance wahr, eigene Satzungen zu erlassen und die Zeitschiene auszudehnen. In Weeze muss das Projekt nach Auskunft von Andreas Ingenbleek aus der Verwaltung erst bis 2023 abgeschlossen sein.
Die meisten nach 2015
In der Nachbarstadt
Wie Günter Nass von den Stadtwerken Kevelaer mitteilt, sind in Kevelaer rund 9000 Hauseigentümer betroffen. Allerdings gibt es je nach Stadtgebiet abweichende Fristen. Im Jahr 2011 müssen 900 Anschlüsse untersucht werden, für rund 430 davon liegen derzeit Ergebnisse vor. Wichtig: Die Frist bezieht sich nur auf die Überprüfung, nicht auf die dann nötigen Maßnahmen zur Abdichtung.
Wer im Wasserschutzgebiet wohnt, der muss noch in diesem Jahr damit rechnen, von der Gemeinde angeschrieben zu werden. Betroffen seien nur ein paar Häuser im Bereich Keylaer. Die meisten Hausbesitzer in Weeze werden sich mit dem Thema erst nach 2015 auseinandersetzen müssen. "Wir haben das ähnlich organisiert wie die Kevelaerer", sagt Ingenbleek. Wichtig sei auch für die Weezer gewesen, die Sache zeitlich auseinander zu ziehen. Denn auch die Gemeinde muss ihren Teil der Kanäle inspizieren und notfalls sanieren lassen.
Bei den Fachfirmen werden die Kunden Schlange stehen. Woraus sich wiederum die Gefahr ableitet, dass einige Eigentümer sich windigen Firmen, die an der Haustür mit besonders günstigen Preisen werben, anvertrauen. Verbraucherschützer warnen vor vorschnellen Abschlüssen und empfehlen, das Vorhaben mit der Kommune und vielleicht auch mit Nachbarn abzustimmen. Ob Alt- oder Neubau, ist egal – alle Leitungen müssen überprüft werden.
Und nach 20 Jahren erneut. Schließlich soll möglichst wenig Schmutz ins Grundwasser oder in den Boden eindringen. "Es gibt durchaus Bürger, die ihre Zuleitungen zum Kanal schon vorab und freiwillig haben kontrollieren lassen", erzählt Ingenbleek. Das seien nicht viele. Diejenigen brauchen, wenn die Untersuchung protokolliert ist, nicht so bald wieder tätig werden. Aber die meisten, gibt der Mann aus der Verwaltung zu, warten doch lieber ab.
In Weeze würden die Eigentümer jetzt nach und nach angeschrieben, vorgesehen sei auch eine Bürgerveranstaltung dazu. Es gibt keine Möglichkeit, der Verpflichtung zur Leitungsprüfung zu entgehen.
Wen die Sanierung, die in sehr vielen Fällen nötig sein wird, finanziell überfordert, der könne kfw-Mittel in Anspruch nehmen, sagt Ingenbleek. Wer ein Haus besitzt, dessen Baujahr vor 1970 liegt, muss laut Fachleuten mit sanierungsbedürftigen Schäden rechnen. Und auch, wenn die meisten Weezer noch einige Jahre Ruhe haben dürften: Das Thema kommt auf alle zu.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


