Kevelaer: Zu Hause den Ernstfall proben
zuletzt aktualisiert: 14.08.2010Kevelaer (RPO). Zwischen den Autos der Marktbeschicker in Winnekendonk stach das rote Feuerwehrauto ins Auge. Auf dem gestrigen Bauernmarkt war die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kevelaer, Löschzug Winnekendonk vertreten.
Der Tag, Freitag der 13., war bewusst gewählt. "Das ist der Rauchmeldertag", erklärt Heinz Tepest, Löschzugführer in Winnekendonk. "Freitag der 13. könnte ihr Glückstag sein, wenn Sie jetzt Rauchmelder kaufen" steht auf einer Postkarte im Pop-Art-Design. Um die Funktionsweise von Rauchmeldern zu erklären, haben die Männer der freiwilligen Feuerwehr einen Infostand aufgebaut und einige Exemplare auseinander genommen. Neben Tepest sind noch Daniel Makel und Bernd König vom Löschzug Winnekendonk und Frank Leukers vom Löschzug Kevelaer vor Ort.
Rauchmelder noch keine Pflicht
Die Aufklärungsarbeit sei besonders wichtig, da in Nordrhein-Westfalen Rauchmelder noch keine Pflicht sind, erklärt Leukers. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Berlin bestehe bereits eine solche Pflicht. Auch in den Vereinigten Staaten gebe es eine flächenmäßige Abdeckung von rund 92 Prozent. Oft scheitere es an ästhetischen Gründen, dass mancher sich gegen einen Rauchmelder entscheide. "Meine Frau hatte auch die Optik als Einwand benutzt", sagt Leukers aus eigener Erfahrung. Allerdings gewöhne man sich wie bei einer neuen Lampe an deren Anwesenheit. "Nach 14 Tagen fällt es nicht mehr auf, dass ein Rauchmelder an der Decke hängt." Auch Elisabeth Fischer ist von der Notwendigkeit von Rauchmeldern überzeugt. "Wir haben die schon ganz lange. Das ist wirklich eine Investition, die sich lohnt." Das ihre Rauchmelder noch funktioniere, merke sie regelmäßig, wenn sie bei einem verkohlten Toast ihr Piepen absetzen. Tepest empfiehlt zur Sicherheit , einmal im Monat, den Testknopf am Rauchmelder zu drücken, um Festzustellen, dass der Rauchmelder im Ernstfall funktioniert.
Den Fluchtweg planen
Der Ernstfall sollte zumindest einmal durchgespielt werden. "Man sollte einen Freund oder Bekannten den Knopf am Rauchmelder drücken lassen und gemeinsam mit den Kindern den Fluchtweg üben", erklärt Leukers. Kinder sollen dringend davor gewarnt werden, sich im Falle eines Feuers zu verstecken oder ihre Kuscheltiere holen zu wollen. Um Brandgefahr zu verhindern, raten die Fachleute, beim Verlassen des Hauses alle elektrischen Geräte auszuschalten, auch die mit Stand-by-Betrieb.
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