Fußball: 0:2 und Rot für Kluckow - Sieg in letzter Minute entrissen
VON FRANK GIPMANN - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Der SV Hönnepel/Niedermörmter fing sich beim VfB Homberg eine unnötige 0:2-Niederlage ein. Marcel Seyfried verschoss einen Foulelfmeter, Dennis Hommers traf zweimal das Aluminium. Erst durch einen Last-Minute-Elfmeter konnte der 1.FC Wülfrath gegen die Gocher Viktoria ein 1:1 retten. Die Weberstädter verloren nicht nur zwei Punkte, sondern auch Goalgetter Asim Kus durch eine Rote Karte.
Bittere Schlappe für den SV Hönnepel/Niedermörmter. Trotz spielerischer Überlegenheit unterlagen die Mannen von Jan Kilkens beim VfB Homberg mit 0:2. Almir Sogolj und Markus Steinke waren die Torschützen für die Hausherren. SV-Kapitän Marcel Seyfried vergab einen Foulelfmeter, Björn Kluckow sah in der Schlussminute die rote Karte.
Beide Einheiten hatten zunächst wenig Zug zum Tor. Daniel Boldt schoss nach Flanke von Dennis Hommers vorbei (3.), auf der Gegenseite landete ein Volleyschuss von Sogolj über dem Querbalken (7.).
Höhepunkt
Den nächsten Höhepunkt gab es erst in Minute 23, Hommers traf nach Vorlage von Boldt das Lattenkreuz. Nach einer halben Stunde zog Hommers nach einem Fehler von Timo Dovengerds auf und davon und schoss per Flachschuss erneut ans Aluminium.
Wer zur Pause auf einen Sieg des VfB im PCC-Stadion gesetzt hätte, wäre müde belächelt worden. Zu harmlos agierten die Homberger. Dies sollte sich auch in der Anfangsphase des zweiten Spielabschnitts nicht ändern. Doch plötzlich lag die Kugel im Hö./Nie.-Kasten. Kapitän Steinke legte ab auf Sogolj, der nicht lange fackelte und Christian Böing überwinden konnte. Der Keeper hatte noch die Hand am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
Homberg - Hö./Nie. 2:0 Wülfrath - Viktoria 1:1
VfB Homberg: Glenz, Franke, Dovengerds (46. Schieck), Edu, Trimborn, Köse (74. Acikgöz), Dragovic, Sicenica, Kiraz, Steinke (90. Marcinkowski). Sogolj.
SV Hönnepel/Niedermörmter: Böing, Ahles (80. Nießen), Seyfried, Sanders, Yalcin, van Bonn, Kluckow, Hoffmann (51. Massop), Tißen, Boldt, Hommers.
Tore: 1:0 (55.) Sogolj, 2:0 (86.) Steinke.
Wülfrath: Honnacker – Seidenzal, Goczik, Peschka, Rauner, Nowak (72.Hobucher), Lange, Pundt, Homann (60.Tesic), Zeka (60.Damiano)
Viktoria: Minas – Tröckes, Schulte-Kellinghaus, Peters (72.Ger), A.Schulz, Gregor (53.Haal), Janz, Thyssen, Galster (69.Tiganj), J.Schulz, Kus
Tore: 0:1 Galster (51.), 1:1 Tesic (90.Foulelfmeter)
Rot: Kus (90.)
Der eingewechselte Joey Massop hatte nach einer Stunde den Ausgleich auf dem Fuß, hob den Ball nach einem Steilpass von Cihan Yalcin zwar über Torhüter Marco Glenz, aber auch über den Kasten. Kurz darauf entschied der Unparteiische Maximilian Stahl aus Oberhausen auf den Elfmeter, weil Robert Trimborn den einköpfbereiten Tim Sanders umschubste. Seyfried schoss so schwach, dass Glenz, der die Ecke geahnt hatte, parieren konnte.
Die Gäste übernahmen zwar weiter das Kommando, zeigten sich in vorderster Front aber wenig zielstrebig und rannten sich immer wieder in der kompromisslosen VfB-Abwehr fest. Es fehlte die letzte Entschlossenheit.
Vier Minuten vor dem Ende zerplatzten die letzten Träumevon einem Punktgewinn. Der Ex-Hönnepeler Ercan Kiraz zog von der linken Seite eine Maßflanke vors Tor, wo der völlig freistehende Steinke mühelos einnicken konnte. Kurz vor dem Ende ließ sich Kluckow zu einem Frustfoul an Kiraz hinreißen und sah die rote Karte, vielleicht hätte es auch der gelbe Karton getan.
Kilkens: „Wir haben drei Punkte verschenkt. Unsere Stürmer gehen zu wenig Risiko ein, wir müssen mehr aus den Chancen machen.“
Bis zwei Minuten vor dem regulären Spielende war die Gocher Welt am Erbacher Berg in Wülfrath am gestrigen Sonntag noch in Ordnung. Die Viktoria kontrollierte das Geschehen gegen einfallslose Gastgeber geschickt und schipperte 1:0 in Führung liegend dem zweiten Saisonerfolg entgegen. Lediglich drei im Laufe des Spiels verletzte Akteure trübten das Gesamtbild. Nach dem Schlusspfiff hielten die Gocher dann nur noch einen Punkt in Händen. Obendrein kassierten sie neben dem späten Gegentor durch einen mehr als fragwürdigen Foulelfmeter noch einen Feldverweis gegen Asim Kus wegen vermeintlicher Schiedsrichterbeleidigung – bereits die zweite „glattrote Karte“ für die Weberstädter nach zwei Spieltagen. „Das ärgert mich maßlos. So etwas wirft ein schlechtes Licht auf den Verein. Mit diesem Schiri-Gespann war es allerdings auch unmöglich, hier drei Punkte zu entführen“, machte Viktoria-Coach Thomas von Kuczkowski seinem Unmut Luft.
Seine Schützlinge waren taktisch diszipliniert aufgetreten und hatten Wülfrath nicht zur Entfaltung kommen lassen. Während Wülfrath nur Verzweiflungsfernschüsse zustande brachte, waren die wenigen Chancen auf Seiten der Viktoria. Asim Kus schickte den genesenen Stefan Galster steil, Honnacker konnte nur per Fußabwehr retten (10.). Auch bei Jens Schulz´ Direktabnahme mit vollem Risiko fehlte nicht viel (28.). Die Gastgeber enttäuschten maßlos und fingen sich kurz nach der Pause das 0:1. Nach schönem Doppelpass von Jens Schulz mit Asim Kus konnte Schulz nur per Foulspiel kurz vorm Strafraum gebremst werden. Mit einem fulminanten Freistoß in die Torwartecke gelang Stefan Galster die Gocher Führung (51.). Damit war der Weg geebnet. Goch zog sich zurück und spielte auf Konter, Wülfrath fiel gegen die sichere Abwehrreihe der Gäste nichts ein. Personell begann für die Gocher unterdessen die Zeit der schmerzlichen Verluste. Zunächst verletzte sich Stephan Gregor bei einem Pressschlag, dann erlitt Hajo Peters eine Adduktorenzerrung. Da Thomas von Kuczkowski zudem den entkräfteten Galster ausgetauscht hatte, musste Daniel Tröckes trotz Knöchelproblemen die letzte Viertelstunde fast zu Ende humpeln. Trotz aller Dezimierungen geriet das Gocher Bollwerk erst durch den Schiedsrichter ins Wanken. In der ominösen 89.Minute gelangte ein langer Ball zu Pundt, der das Leder im Strafraum annahm und zu Fall kam. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Obwohl Poli Minas in der richtigen Ecke war, verwandelte Tesic zum schmerzhaften 1:1 (90.). Die Rote-Karte nur eine Minute später gegen Asim Kus war dann noch das Tüpfelchen auf dem i an einem verlustreichen Sonntag.
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