Leichtathletik: „Leichtathletik ist mein Leben“
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 13.09.2007Der 19-jährige Robin Streiber vom SV Viktoria Goch machte mit dem siebten Platz bei der Deutschen Meisterschaft auf sich aufmerksam.
Robin Streiber betreibt seit sechs Jahren Leichtathletik. Seine Disziplin: 400-m Hürdenlauf. Seine Bestzeit: 54,47 Sekunden. Der 19-jährige Abiturient hat in seiner sportlichen Laufbahn schon zahlreiche Erfolge gefeiert, war unter anderem Nordrhein-Meister in der B-Jugend und belegte dieses Jahr den siebten Platz bei der deutschen Jugend-Meisterschaft in Ulm.
Einige Wochen später überraschte er sogar seinen Trainer Karl van Koll, den sonst nichts so leicht aus der Fassung bringt. Bei der Junioren-Meisterschaft (die Klasse zwischen Jugend und Männer) erreichte er zum Erstaunen aller das Finale und belegte den siebten Platz.
„Daran hat vorher keiner geglaubt, selbst ich nicht“, lacht der Leichtathlet vom SV Viktoria Goch, als er im Gespräch mit der RP von seinem bravourösen siebten Platz erzählt. Ein Erfolg, auf den der ganze Verein stolz sein kann. Dabei darf man nicht vergessen, dass hinter einem solchen Ergebnis vor allem eines steht: knallhartes Training, und dass vier bis fünf Mal die Woche, zwei Stunden bei Wind und Wetter. „Das ist im Winter besonders hart, da muss man sich teilweise echt aufraffen“, sagt der 19-Jährige.
Trainingspartner
Neben den Vereinsmitgliedern des SV Viktoria Goch trainiert Robin Streiber 1-2 mal wöchentlich mit Andreas Griess. Der 20-jährige 400 m-Läufer aus Kevelaer hat gemeinsam mit Robin Streiber und zwei andern Läufern im Januar die Westdeutsche Meisterschaft in der Männerstaffel über 4 x 400 m gewinnen können. Aufgrund der erfolgreichen Startgemeinschaft haben die beiden Jung-Athleten sich dazu entschlossen, einen Teil ihres Trainingspensums gemeinsam abzuleisten.
Unterstützung bekommt der Hahn im Gocher Leichtathletik-Korb von seinen acht Teamkameradinnen. „Die Unterstützung der Mädchen ist wirklich einmalig. Die haben sogar ihre eigenen Interessen zurückgesteckt, um mich bei der Wettkampf-Vorbereitung zu unterstützen“, bedankt sich Robin bei seinen Mitstreiterinnen. Und auch den Eltern gilt sein Dank, denn die haben ihn stets unterstützt, sind mit ihm zu Wettkämpfen gefahren, haben Übernachtungsmöglichkeiten organisiert und ihren Sohn kräftig angefeuert.
Wenn man von den starken Leistungen der Gocher Leichtathletik berichtet, darf man einen Mann nicht unerwähnt lassen. Robins Trainer Karl van Koll. Robin Streiber weiß, dass er dem erfahrenen Mann viel zu verdanken hat: „Meinem Trainer möchte ich ganz besonders danken“, erzählt er. Der 71-jährige van Koll hat die Leichtathletik in Goch geformt und geprägt wie kein zweiter Trainer. Über die Leistungen seines Schützlings ist das Gocher Urgestein ganz besonders stolz: „Robin hat die Tugenden, die ein guter Sportler braucht, er ist verlässlich, ehrgeizig und fair, außerdem sind wir in den Jahren gute Freunde geworden. Er weiß, dass ich immer für ihn da bin“, so van Koll. Auf die Frage, wie lange er schon bei Viktoria als Trainer tätig ist, antwortet er lachend „schon über ein halbes Jahrhundert , in der Zeit haben wir schon einige Sportler bis zur Olympiade gebracht“.
Ob auch Robin Streiber eines Tages Olympia-Luft schnuppern wird, steht noch in den Sternen. Sein Abitur hat er dieses Jahr gemacht, ab Oktober wartet der Wehrdienst auf den Hürdenläufer. Er hofft, trotzdem genug trainieren zu können. Bei der Leichtathletik will der 19-Jährige auf jeden Fall bleiben, denn, so sagt er: „Leichtathletik ist mein Leben, das wusste ich schon nach einer Woche Schnuppertraining.“
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