Fußball: Beste Sicht aufs Spiel
VON HENNING KUYPERS - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009Fußball: Der 18-jährige Klever Bastian Weiser gehörte gestern erstmals zum Kader des niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen. Das Uefa-Cup-Spiel gegen den Hamburger SV sah er von der Bank aus.
Ohne Einsatz
Die Partie zwischen NEC Nijmegen und dem Hamburger SV endete gestern Abend mit 3:0 für die Hanseaten. Bastian Weiser wurde nicht eingesetzt. Die Tore für den HSV markierten: 0:1 Trochowski (41., direkter Freistoß), 0:2 Alex Silva (45.), 0:3 Olic (76.).
Das Telefon klingelte. Nichtsahnend nahm Bastian Weiser den Hörer auf, meldete sich und fiel beinahe vom Stuhl. "Das war eine riesige Überraschung", sagt der 18-jährige Klever noch immer ganz aufgeregt. In wenigen Stunden wird der ehemalige Materborner sein Debüt im Kader des niederländischen Ehrendivisionärs NEC Nijmegen geben. Gegner des Tabellenneunten ist allerdings kein Klub aus einer irgendeiner Holz-Liga des Nachbarlandes, sondern der Bundesliga-Dino Hamburger SV. Beide Teams kämpfen im Uefa-Cup um den Einzug in die nächste Runde.
Von Weeze nach Nimwegen
Während die Rothosen aus der Hansestadt mit einer Chartermaschine zum Airport Weeze fliegen und den restlichen Weg per Bus meistern, hat es Bastian Weiser relativ einfach. Eine halbe Stunde Autofahrt und schon ist der zukünftige Abiturient vom Johanna-Sebus-Gymnasium am Stadion De Goffert, wo 12 500 Zuschauer im kleinen Hexenkessel auf die Teams warten. Die Zeit bis zum Treffen mit seiner Mannschaft gestern um 19 Uhr - Spielbeginn war um 20.45 Uhr - verbringt Weiser derweil relativ unaufgeregt: "Ich muss jetzt gleich essen, dann mache ich noch Hausaufgaben", sagt er entspannt. Mit einem Kurzeinsatz rechnet Weiser nicht: "Ich habe noch nicht mit der Mannschaft trainiert, geschweige denn gespielt." Erst die vielen Verletzungen im Profikader und die kurzfristige Streichung von Stürmer Rachid Bouaouzan ermöglichten dem zentralen Mittelfeldspieler die Berufung in den Kader. Unverhofft kommt eben doch oft.
Weisers Eltern haben sich schon lange einen Platz im Stadion gesichert. "Meine Eltern besaßen schon Karten, bevor ich den Anruf bekommen habe. Freunde von mir kommen ebenfalls", wusste der 18-Jährige, dass er sich Unterstützung sicher sein konnte.
Auch wenn er ihm wahrscheinlich nicht auf dem Feld begegnet, einen Lieblingsspieler hat Weiser beim HSV schon: "Mladen Petric würde mir spontan einfallen." Der Knipser vom Dienst hat Weiser einiges voraus, eines haben beide allerdings gemeinsam: Wie auch Petric läuft der Klever in der A-Jugend mit der Nummer zehn auf. Könnte ein Omen sein...
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