Fußball: Beton trifft Granit
VON RALF BUCHWALD - zuletzt aktualisiert: 07.03.2008Mit der Gocher Viktoria und dem 1.FC Wülfrath treffen am Sonntag die zwei vermeintlich stärksten Abwehrreihen der Verbandsliga im Hubert-Houben-Stadion aufeinander (Anstoß 15 Uhr).
Wer ein außergewöhnliches Offensivspektakel inklusive Torfestival erwartet, dürfte am Sonntag im Gocher Hubert-Houben-Stadion am falschen Ort sein. Mit der gastgebenden Gocher Viktoria und dem 1.FC Wülfrath treffen zwei ausgewiesene Defensivspezialisten der Verbandsliga aufeinander. „Das wird ein interessantes Minimalistenspiel werden. Beide Teams stehen hinten sehr gut und produzieren Tore nicht gerade am Fließband“, rechnet Viktoria-Trainer Hartmut Scholz eher mit einem taktisch hochwertigen Spiel als mit großem „Hurra-Fußball“. Bereits im Hinspiel belauerten sich die beiden Kontrahenten lange Zeit, ehe die Gocher zwei Minuten vor Spielende den entscheidenden Fehler machten und in einen Konter der Gastgeber liefen. „Da haben wir uns selbst geschlagen“, ärgert sich Scholz noch über die 0:1-Niederlage und möchte am Sonntag gern den Spieß umdrehen.
1. FC Wülfrath
Vor allem dank der spärlichen Gegentore können die Wülfrather auf eine stolze Serie von inzwischen neun Spielen ohne Niederlage verweisen. Mit 32 Zählern rangieren die Kalkstädter punktgleich mit dem Zweiten auf Rang Vier. Eine noch bessere Bilanz verbaute die mangelnde Durchschlagskraft in vorderster Front.
Beide Mannschaften kommen mit der Empfehlung eines 2:0-Sieges aus der Vorwoche. Wülfrath hielt durch einen Sieg über den Cronenberger SC Kontakt zum zweiten Platz hinter den enteilten Essenern. Goch etablierte sich durch den Auswärtserfolg in Viersen im sicheren Mittelfeld nur vier Punkte dahinter. Typisch für die beiden Abwehrbollwerke: Die Null hinten stand mal wieder. Über große Änderungen in der Formation denkt Scholz nicht nach.
So wird Christian Offermanns als Alternative auf der Bank lauern. Ernes Tiganj wird nach seiner guten Leistung in Viersen erneut neben Asim Kus im Sturm auflaufen. „Über die Außenbahnen konnten wir in Bocholt nicht genug Offensivschwung erzeugen. Mit zwei Stürmern im Zentrum sind wir gefährlicher“, erklärt Scholz. In der Viererkette hat sich links Daniel Tröckes einen Stammplatz zunächst einmal erobert. Dank einer guten Vorbereitung und der Bestätigung in den ersten beiden Partien nach der Winterpause hat sich der Youngster zu einer echten Option entwickelt. Mit den vier gelernten Innenverteidigern Frank Rörthmans, Sebastian Schulte-Kellinghaus, Hajo Peters und Patrick Dehn dazu in der Formation ist die Defensivstärke der Gocher leicht erklärt, auch wenn Scholz darauf verweist, dass gute Defensivarbeit das Resultat eines ganzen Teams ist. Verstecken brauchen sich die Gocher vor der Wülfrather Abwehrreihe sicher nicht. Bei nur zehn Gegentreffen bisher gelten Martin Haschke und Marco Menge dennoch als das stärkste Innenverteidigerduo der Liga. Kein Wunder, dass auch der Wülfrather Coach Frank Kurth primär auf diese Stärke setzt. In der Offensive erhofft er sich Fortschritte: „Wir lassen zu viele Chancen aus. Aber das ist kein grundsätzliches Qualitätsproblem.“
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