Fußball: Christoph Thyssen an der Spitze
VON HELMUT VEHRESCHILD - zuletzt aktualisiert: 15.07.2011Mitgliederversammlung des 1. FC Kleve im Kolpinghaus. 83 Stimmberechtigte wählten einstimmig einen Übergangs-Vorstand. Bis zum Jahresende soll das Insolvenzverfahren abgeschlossen sein. Verbindlichkeiten von vier Millionen Euro.
Die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung des 1. FC Kleve wurde gestern Abend im Klever Kolpinghaus zügig und äußerst harmonisch abgewickelt. Sämtliche Abstimmungen verliefen einstimmig, die 83 Stimmberechtigten sprachen sich für die Fortführung des Vereins und der neuen Führungscrew um den frischgebackenen Vorsitzenden Christoph Thyssen einmütig ihr Vertrauen aus.
Gläubigerversammlung
Christian Nitsch, Beauftragter für die innere Organisation, leitete die Tagung souverän und gab Rechtsanwalt André Dobiey Gelegenheit, die Anwesenden über den aktuellen Stand im Insolvenzverfahren, das im Mai eröffnet wurde, zu informieren. "Jeder Euro geht bis auf wenige Ausnahmen über unseren Tisch", betonte Dobiey für die federführende Krefelder Anwaltskanzlei.
Erstes Testspiel
Schon zwei Tage vor der offiziellen Saisoneröffnung am Sonntag in der Volksbank-Arena bestreitet die Landesliga-Mannschaft des 1. FC Kleve ihr erstes Vorbereitungsspiel. Bereits heute Abend ist Bezirksligist SV Vrasselt mit Spielertrainer und Ex-Klever Sascha Brouwer auf dem Kunstrasenplatz aktiv. Anstoß: 19.30 Uhr.
Die erste Gläubigerversammlung steigt am kommenden Donnerstag, ein Großteil der Gläubiger habe Ansprüche angemeldet, so Dobiey. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf vier Millionen Euro.
"Wir prüfen jetzt die Forderungen", sagte Dobiey, "wir planen den Verein im Rahmen eines Insolvenzplans zu entschulden. Wir sind recht optimistisch". Der Verein selbst wird einen symbolischen Beitrag leisten müssen. 25000 Euro sollen aus eigenen Reihen aufgebracht werden, um sich von der Vergangenheit los zu kaufen. Ein verheißungsvoller Anfang wurde gestern Abend gemacht. Aus der Versammlung gab es nach einem entsprechenden Appell bereits finanzielle Zusagen in Höhe von 5000 Euro.
Christoph Thyssen, seit zwei Jahren Juniorenleiter beim 1. FC Kleve, hatte sich im Vorfeld ebenso wie sechs weitere Mitglieder bereiterklärt, im insolventen Fusionsklub bis zum Abschluss des Verfahrens - voraussichtlich Ende des Jahres - Verantwortung zu übernehmen. Thyssen wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, der bisherige Verwaltungsrat-Vorsitzende Lukas Verlage zu seinem Stellvertreter. Weiterhin wurden gewählt: Joris Ernst, Jürgen Roelofsen, Manfred "Hucky" Linsen, Stefan Schneiders und Ludger Ferdenhert.
Ganz am Ende der gut einstündigen Mitgliederversammlung wurde der Zustand der Tribüne in der Volksbank-Arena ins Gespräch gebracht.
Insolvenzverwalter Eberhard Stock zeigte sich diesbezüglich zuversichtlich: "Ich gehe davon aus, dass die Stadt Kleve einen weiteren Verfall verhindern wird." Gut möglich, dass dort demnächst wenigstens Fenster eingesetzt werden.
Die bisherige Satzung soll überarbeitet werden. Christoph Thyssen, Christian Nitsch und Heinz-Hugo Potz werden sich ab sofort dieser anspruchsvollen Aufgabe widmen.
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