Eigentor kippte das Spiel
VON REINHARD PÖSEL UND RALF BUCHWALD - zuletzt aktualisiert: 22.05.2008Gestern Abend standen sich im Pokalfinale Viktoria Goch und der SV Straelen gegenüber. Der SVS gewann mit 2:0. Beim Führungstreffer entdeckte der Ex-Straelener Peters sein grün-gelbes Herz, wie Trainer Scholz scherzhaft meinte.
Im Hubert-Houben-Stadion war gestern Abend beim Pokalfinale auf Kreisebene zwischen dem SV Straelen und Viktoria Goch noch reichlich Platz. Nur etwa 100 Zuschauer hatten den Weg an die Marienwasserstraße gefunden und erlebten ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel. Die arithmetischen Unterschiede, die sich aus der Klassenzugehörigkeit ergaben, waren auf dem Rasen aufgehoben. Erst recht, nachdem André Köhler, der im Gocher Mittelfeld die Fäden im Spiel seiner Mannschaft gekonnt und bisweilen traumhaft schön knüpfte, in der 10. Spielminute Ausgangspunkt einer schnellen Kombination war. Diese landete über Kus bei Tiganj, der frei vor Gbur etwas zu lange zögerte und dadurch dem erneut starken Straelener Keeper eine Chance zur Abwehr ließ. Später wusste sich Gbur zweimal gegen den von Außen auf ihn zustürmenden Stefan Galster auszuzeichnen. Die größte Möglichkeit zur Führung hatte Grün-Gelb kurz vor der Pause. Mario Schwarz wurde der Ball von John van Loenhout aufgelegt, doch sein Schuss wurde von Gochs Poli Minas zur Ecke geklärt.
So traten sie an
Viktoria Goch: Minas – Tröckes, Peters, Dehn, Schulte-Kellinghaus (67. Gregor), Köhler (78. Offermanns), Klopacz, Galster (39. Kilic), Schulz J., Tiganj, Kus.
SV Straelen: Gbur – Urban, Clarke, Rütten (46. Lenders), Bürk, Janz (90. Kämpken), Niestroj, Ernst, van Loenhout, Türküz (54. Levering), Schwarz.
Das torlose Szenario zum Seitenwechsel bekam in den zweiten 45 Pokalminuten zunächst einen tief schwarz-roten Anstrich, als in der 52. Minute ein Lupfer von Asim Kus über Gbur von der Querlatte ins Feld zurücksprang. Zwei Minuten später sauste ein Kopfball des Ex-Straeleners Hajo Peters am SVS-Kasten vorbei. Und auch die Direktabnahme von Kus auf Vorlage von Klopacz verfehlte knapp das Ziel. Die Gocher Führung lag förmlich in der Luft während einer Phase, in der der SV Straelen zum hörbaren Missfallen von Trainer Tecklenburg zu einfallslos agierte.
Als Sebastian Schulte-Kellinghaus, der erstmals seit seinem Bandscheibenvorfall von Anfang an spielte, ausgewechselt werden musste, ging die Ordnung in der Viktoria-Defensive etwas verloren. Der SV Straelen wachte jetzt auf, reagierte zunächst mit zwei Fernschüssen von van Loenhout (67., 70.). Doch erst ein Eigentor des Gochers Peters, der eine Levering-Ecke mit dem Kopf in die eigenen Maschen drückte, brachte den SV Straelen in der 71. Minute in die Vorhand. Und drei Minuten darauf machte Grün-Gelb den Sack zu, indem Levering eine van Loenhout-Ecke zum 2:0 verwandelte. Mirko Urban, der es einfach zu kunstvoll machen wollte, hatte in der 82. Minute mit einem Lupfer, der knapp am Tor vorbeitrudelte, sogar das 3:0 auf dem Stiefel. Der Gocher Kus scheiterte noch mit einer Chance an Gbur, der die Null festhielt.
Viktoria Trainer Hartmut Scholz sprach von einer „unglücklichen Niederlage, da das Übergewicht an Chancen bei meiner Mannschaft lag“. „Am Ende fehlte uns die Kraft zur Gegenwehr“, so Scholz. Tecklenburg bemühte ebenfalls das Wort glücklich, nur eben im Zusammenhang mit dem Sieg. „In der ersten Halbzeit hätte Goch klar führen müssen, nur Marian Gbur hatten wir es zu verdanken, dass wir nicht hinten lagen.“ Erst in den letzten 20 Minuten habe man einen Klassenunterschied zu Straelener Gunsten gesehen, fand „Tecki“.
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