Fußball: Hoffen auf die Sensation
VON RALF BUCHWALD - zuletzt aktualisiert: 23.02.2007Als krasser Außenseiter reist die Gocher Viktoria am Sonntag zum ungeschlagenen Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf II (Anstoß 15 Uhr). Zumindest das angeknackste Selbstbewusstsein soll möglichst gestärkt werden.
Von der Papierform her könnte sich die Gocher Viktoria die Reise zum Tabellenführer Fortuna Düsseldorf II ins Paul-Janes-Stadion am Sonntag wohl sparen. Alles andere als ein souveräner Heimsieg der mit mehr als einem Bein schon in der Oberliga stehenden Gastgeber dürfte getrost als Sensation bezeichnet werden.
Beeindruckende Bilanz
Eine beeindruckende Bilanz von 15 Siegen aus 16 Spielen bei 39:3-Toren lassen Fortunen mit breiter Brust erwarten. Demgegenüber scheinen die Chancen der noch vom 2:5 gegen RWEs U23 gebeutelten Scholz-Schützlinge verschwindend gering. Doch im Fußball ist schließlich alles möglich. „Ein Punkt wäre für uns sicher schon ein Riesenergebnis, aber chancenlos ist man nie“, weiß Hartmut Scholz um die Schwere der Aufgabe und möchte vor allem ein verbessertes Auftreten seiner Schützlinge sehen. Die Träume von einer Aufholjagd auf den zweiten Tabellenplatz sind nach der Klatsche gegen Rot-Weiß Essen in jedem Fall endgültig beendet. „Ohne jetzt gleich die Alarmglocken zu läuten: Bei Fortuna kann man verlieren und dann ist das Polster nach unten nicht mehr groß“, definiert Scholz ein schnellstmögliches Etablieren im Mittelfeld als neues Ziel. Zu verbessern gibt es auf dem Weg dorthin genug, das hat die Niederlage gegen Essen deutlich zu Tage gebracht. Auch wenn beim Freundschaftsspiel am Sonntag in Straelen die mentale Frische fehlte, wurde auch dort offenbar, dass die Defensivausrichtung der Mannschaft kompakter werden muss. „Das war mir wie gegen Essen phasenweise zu sorglos. Außerdem müssen wir mehr Fußball spielen und das Spiel ohne Ball forcieren“, verhehlt Scholz auch keineswegs mangelnde Durchschlagskraft im Spiel nach vorne. Die beiden Treffer gegen RWE waren eher Zufallsprodukte und Geschenke des Gästekeepers, als durch Gocher Kombinationen erzwungen. „Unsere Vorstellung war schon sehr ernüchternd. Wir sollten uns nicht darauf verlassen, was aus den Teams wie VfB Hilden oder FSV Kettwig wird, die in den letzten Monaten die Schlagzeilen bestimmt haben, sondern schnellstens Siege einfahren“, ist sich Scholz einer dringend benötigten Leistungssteigerung bewusst. Der schmerzlich vermisste Kapitän Frank Rörthmans laboriert noch an seiner Grippe und wird dem Gocher Spiel vermutlich auch in Düsseldorf keine Struktur verleihen können. Ferner wird auch Andreas Schulz aufgrund einer Zerrung ausfallen. Hoffnung gibt den Gochern aber die Erinnerung an das Hinspiel. Trotz der 0:2-Heimniederlage zeigten die Weberstädter dort wohl ihre beste Saisonleitung. „Im Grunde liegen uns die Düsseldorfer von der Spielweise. Also warten wir mal ab“, so Scholz. In jedem Fall gibt es in Düsseldorf ein Wiedersehen mit mittlerweile zwei alten Bekannten. Neben Asim Kus, der es bisher zwar nur auf drei Tore, aber elf Vorlagen brachte, verstärkt auch Juan Oburu inzwischen die Landeshauptstädter.
Weisheiten
Einer gelungenen Generalprobe folgt eine verpatzte Premiere – diese Regel dürfte die Reserve der Düsseldorfer Fortuna auszuhebeln versuchen, denn beim 4:3 bei Oberligist VfB Homberg präsentierte sich die Vucic-Elf in starker Frühform. Bei der Viktoria kam der Spruch letzte Woche zum Tragen. Dem 3:0 bei TuRa Duisburg folgte die Schlappe gegen Essen.
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