Fußball: Pokalkrimi im Tichelpark
VON LUDWIG KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 23.12.2011Das Spitzenspiel zwischen Gladbach und Schalke wurde, von der Rheinischen Post präsentiert, live auf Großleinwand im Klever Kino übertragen. Am Ende jubelten nach dem 3:1-Erfolg allerdings nur die Borussen.
Reinhard Berens ist sichtlich stolz auf die neue Technik, die im Saal 1 des Klever Kinos installiert wurde. "Mit dem neuen Digitalprojektor können wir eine doppelt so hohe Auflösung wie bisher erreichen", sagt der Kino-Betreiber. Die Premiere feierte das Kino mit der Übertragung des DFB-Pokal-Achtelfinals zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04. Präsentiert wurde das Duell der Fußball-Bundesligisten von der Rheinischen Post. Was viele der 350 Fans zum Public Viewing lockte: freier Eintritt, Bier vom Fass und Bild in HD Qualität.
Karl-Heinz Lamers ist Gladbach-Fan und gleich in passendem Outfit mit Trikot und grün-weißer Kappe gekommen. "Ich finde die Aktion super, das sollte es öfter geben", sagt er. Vor dem Spiel zeigt sich Lamers selbstbewusst. "Ich bin mir sicher, dass wir den Sieg holen. 2:0, Reus und Hanke treffen", prophezeit der Anhänger.
"Da träumst du von", ruft sofort einer von vorne. Seine Farben – natürlich – blau-weiß. Kurz vor Spielbeginn dann eine Schrecksekunde: Das Bild wird für eine Minute schwarz. Der Fehler ist jedoch schnell gefunden, die Fans verpassten den Anpfiff nicht. Die überzeugende Leistung der Gastgeber treibt auch die Fans im Kino an. Obwohl sie leicht in Unterzahl sind, sorgen die Anhänger der Borussia schnell für gute Stimmung, allen voran ein Schal-schwenkender Fanblock in der Mitte des Saals.
Dann das 1:0. Grenzenloser Jubel, die Zuschauer stimmen die "Elf vom Niederrhein" an. Bei den Schalkern herrscht hingegen Ernüchterung. Immer wieder sieht man sie fassungslos den Kopf schütteln. Als dann auch noch Klaas-Jan Huntelaar vom Platz gestellt wird, scheint die Lage hoffnungslos.
Richtig laut werden die Königsblauen eigentlich nur beim sehenswerten Anschlusstreffer durch Julian Draxler. Doch als Reus mit dem 3:1 alles klar macht, verlassen viele frustriert den Saal. Ihnen schallt noch der Spott der tanzenden Gladbach-Fans hinterher. "Auf Wiedersehen", skandieren sie.
Am Ende müssen die Schalker zugeben, dass sie verdient verloren haben. Gladbach sei auf Dauer zu drückend überlegen gewesen. Karl-Heinz Lamers ist natürlich zufrieden mit seinem Verein, auch wenn sein Tipp nicht ganz aufgegangen ist. Kino-Inhaber Berens kann sich vorstellen, erneut solch besondere Spiele zu zeigen. Die Fans werden es ihm sicherlich danken.
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