Fußball: Sieg macht alles klar Moral zeigen
VON RALF BUCHWALD - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Am fünftletzten Spieltag erwartet der SV Hönnepel/Niedermörmter an der Rheinstraße den 1. FC Wülfrath. Trainer Jan Kilkens will in der kommenden Saison auf einen größeren Kader zurückgreifen können.
Der Schock des späten Gegentreffers zum 2:3 am letzten Sonntag saß zunächst tief. Bereits heute Abend wollen sich die Kicker des SV Viktoria Goch beim SC Düsseldorf-West gut erholt zeigen (Anstoß 19 Uhr).Der SV Hönnepel/Niedermörmter sehnt das Ende der Saison herbei. In den letzten Wochen hat die Truppe von Jan Kilkens, die zwischenzeitlich sogar auf den zweiten Tabellenrang vorgerückt war, einige Rückschläge hinnehmen müssen, dem Erhalt der Klasse dürfte aber nichts im Wege stehen. „Wir hätten sechs Punkte mehr auf dem Konto haben können, wenn unser Kader größer wäre. Für unsere zu kleine Spielerdecke müssen wir jetzt die Zeche bezahlen“, weiß der Coach, dass seine Mannen mit den Kräften so ziemlich am Ende sind.
Küppers läuft wieder
Restprogramm
Die Gocher Viktoria kann noch Zünglein an der Waage im Abstiegskampf spielen. Dem heutigen Spiel folgen zwei Heimpartien gegen die Kellerkinder aus Cronenberg und Hilden. Dem Gastspiel beim Schlusslicht GSV Moers folgt dann noch zum Abschluss mit der Partie gegen Ratingen ein weiteres Heimspiel.
Auch im sonntäglichen Heimspiel gegen den Tabellendritten 1. FC Wülfrath kann Kilkens nicht aus dem Vollen schöpfen. Neben Andrej Diring und Dirk van Bonn muss man auch weiter auf den Niederländer Tim Sanders verzichten. Wieder im Lauftraining steht Philipp Küppers, der wahrscheinlich von Beginn an spielen wird, wenn er hundertprozentig fit ist.
Der SV-Übungsleiter ist ein wenig traurig, dass es nicht zu einer besseren Platzierung gereicht hat: „Wir hätten weiter vorne landen können, aber die Luft ist irgendwie heraus. Das ist wirklich schade für den Verein.“ Trotzdem glaubt er daran, gegen Wülfrath - das Hinspiel endete torlos - drei Punkte einfahren zu können: „Der Gast ist eine defensivstarke Einheit, die aber nicht die meisten Tore geschossen hat. Ich gehe davon aus, dass wir knapp die Nase vorn haben werden, wenn Laufbereitschaft und Aggressivität stimmen.“ Mit einem Sieg könnte man die geringen Abstiegssorgen endgültig zu den Akten legen. Die Planungen für die neue Saison, für die sich Kilkens einen größeren Kader wünscht, laufen auf Hochtouren. Joey Massop (1. FC Bocholt, Ansgar Nießen (1. FC Kleve) und das 18jährige Stürmertalent Fabian Wenger (SV Lüttingen) stehen als Neuzugänge fest. Heute soll noch ein Gespräch mit einem Oberligaspieler stattfinden. Fußballobmann Heinz-Josef Janssen geht davon aus, dass dieser Akteur beim SV unterschreiben wird. Zudem befindet man sich noch auf der Suche nach einem guten zweiten Torwart, der im Bedarfsfall Christian Böing in etwa gleichwertig ersetzen könnte. Einen guten Linksfüßler würde Kilkens auch noch gerne verpflichten. Noch nicht geklärt ist die Personalie Marvin Haupt. Der überall einsetzbare Akteur erscheint aus beruflichen oft nur einmal wöchentlich zum Training. „Das ist einfach zu wenig für die Verbandsliga, aber zuletzt war ich auf ihn angewiesen“, schließt der Trainer eine Trennung nicht aus. Er hofft, dass sein Team am Sonntag noch einmal an die Leistungsgrenze gehen kann und mit einem Sieg die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt.
Taufik Butziats Last-Minute-Punch zum Auswärtstriumph seines SV Radevormwald am letzten Sonntag in Goch traf die heimischen Viktoria bis ins Mark. „Wir hatten in der Kabine eine Stimmung, als hätten wir gerade eine Meisterschaft verloren“, beschreibt Hartmut Scholz. Dabei hatten seine Schützlinge nach acht ungeschlagenen Partien „nur“ das Gefühl einer Niederlage wieder kennen lernen müssen.
„Wir wollen natürlich sofort wieder zurück in die Spur finden und Moral zeigen“, erhofft sich Hartmut Scholz für das vorgezogene Spiel des 26.Spieltages beim SC Düsseldorf-West am heutigen Abend Zählbares. Einen Taufik Butziat, den er respektvoll als „persönlichen Angststürmer“ bezeichnet, muss seine Elf dabei nicht fürchten. Wohl aber einen Gegner, der mitten im Abstiegskampf steckt und nach zwei Siegen in Folge gegen direkte Konkurrenten (jeweils 3:2 gegen den VfB Hilden und beim Cronenberger SC) wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt hat. „Das wird sicher kein Selbstläufer. Düsseldorf-West hat in der Rückrunde einige Punkte aufgeholt und jetzt Blut geleckt“, erwartet Scholz eine schwere Aufgabe. Am Ruder bei den Landeshauptstädtern ist nicht mehr wie beim Gocher 2:1-Hinspielsieg Olaf Ketzer, sondern inzwischen Michael Kezmann. Unter seiner Regie suchen die Westler ihre Chance in der Offensive. 28 Tore in den letzten sechs Spielen mit Beteiligung des Aufsteigers sprechen eine deutliche Sprache.
„Düsseldorf-West braucht die Punkte und wird kommen. Wir müssen erst mal gut stehen und die Räume eng machen“, will Scholz durch gute Konter die entscheidenden Nadelstiche auf dem kleinen Kunstrasenplatz setzen. Eine starke Defensive soll wieder Grundlage für einen Erfolg werden, sieht sich aber mit Florian Körs, Simon Schaefers und vor allem dem Ex-Speldorfer Rene Kägebein einer gut aufgelegten Abteilung Attacke der Gastgeber gegenüber. Personell bieten sich auf Gocher Seite keine Änderungen an. Allenfalls Stephan Gregor anstatt Dawid Klopacz im linken Mittelfeld wäre eine denkbare Maßnahme, da Klopacz sich zur Zeit noch mit einer Zerrung plagt. Ansonsten gibt die Personaldecke nicht viel her. Sebastian Schulte-Kellinghaus (Bandscheibenvorfall) ist auf dem Wege der Besserung, wartet aber noch auf grünes Licht zum Wiedereinstieg ins Training. Bei Christian Offermanns fällt erst im Laufe der Woche eine Entscheidung, ob aufgrund seiner Schulterverletzung eine Operation vonnöten ist. Hajo Peters muss noch zwei Spiele seiner Vier-Spiele-Sperre abbrummen.
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