Wieder auf dem Boden gelandet
VON HANS-GERD SCHOUTEN - zuletzt aktualisiert: 11.09.2006Siegfried Materborn musste beim Aufsteiger VfL Rhede mit 0:4 die erste Saisonniederlage hinnehmen. Trainer Torsten Vöckel: „Ich bin schwer enttäuscht.“
„Das war eine Lehrstunde für uns“, schlich Torhüter Andreas Kontra ziemlich gefrustet vom Rasen. Gerade hatte er sich mit dem SV Siegfried Materborn beim Aufsteiger VfL Rhede eine ernüchternde 0:4-Klatsche eingefangen. Auch Trainer Torsten Vöckel, der den verhinderten Udo Kempkens vertrat, war fassungslos: „Es war eine Frechheit, wie wir uns präsentiert haben. Ohne Kampfbereitschaft und Zweikampfverhalten kann man nichts erreichen. Das war ein Dämpfer zur rechten Zeit, wir sind wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Ich bin schwer enttäuscht von der Mannschaft.“ Gegenüber Ralf Bugla war natürlich happy: „Ich muss meinem Team ein Kompliment aussprechen. Sie hat spielerisch geglänzt und keine Materborner Torchance zugelassen.“
Die erste Euphorie im Siegfried-Lager ist erst einmal verflogen. In Rhede musste man deutlich erkennen, dass mit Schönspielerei allein in der Verbandsliga nichts zu holen ist. Dabei ergriffen - Martin Schulz stand nach einer längeren „schöpferischen Pause“ erstmals wieder im Kader - die Gäste zunächst das Kommando und hatten gleich eine Minichance, als Ernes Tiganj nach einer Flanke von Fadel Akyel aber über den Ball trat (3.). Doch schnell stellte man die Offensivbemühungen ein, der VfL kam dank größeren Einsatzes immer besser in die Partie und hätte nach fünf Minuten führen können. Ein abgefälschter Schuss von Oguz Balci strich nur haarscharf am langen Pfosten vorbei. Kontra musste einen Schuss von Balci aus dem Winkel holen (15.), Andreas Zimmermann für seinen geschlagenen Schlussmann den Ball von der Torlinie kratzen (28.). Bis zur Pause plätscherte die Partie mit leichten Vorteilen für Rhede dahin.
Außer zwei von Habib Kaya und Juan Oburu schwach geschossenen Freistößen aus aussichtsreichen Positionen hatte Siegfried zu Beginn des zweiten Durchgangs nichts zu bieten. In Minute 64. konnte Kontra dann den Ball aus dem Netz holen. Der völlig freistehende Balci ließ ihm mit einem Schrägschuss in den Winkel keine Chance. Nur halbherzig reagierte Materborn auf diesen Rückstand, konnte sich keine einzige klare Chance herausspielen.
In den Schlussminuten wurde es dann noch peinlich. Daniel Schild, Lars Katemann und Matthias Belting erhöhten zwischen der 80. und 87. Minute auf 4:0.
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