Kleve: 1. FC Kleve: Jetzt werden Helden gesucht
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 22.10.2010Kleve (RPO). Die Forderungen der Steuerbehörde an den Fußball-NRW-Ligisten 1. FC Kleve sind hoch. Zu hoch für den angeschlagenen Verein, der jetzt versucht, die offenen Beträge zu reduzieren und eine Lösung zu finden.
Es deutet nicht wenig daraufhin, dass das Ende der Vorstellung beim 1. FC Kleve näher rückt. Dies würde bedeuten, dass es keinen höherklassigen Amateur-Fußball mehr in der Kreisstadt gibt. 570 000 Euro soll der Verein ans Finanzamt zurückzahlen (die RP berichtete exklusiv). Die Höhe der Forderungen hat die Verantwortlichen und ehemalige Funktionäre geschockt. Doch ist man offensichtlich nicht bereit, die Aufstellung des Finanzamts zu akzeptieren.
An einen Tisch
"Wir haben zunächst die relevanten Stellen informiert. Im zweiten Schritt werden wir die Angaben prüfen und uns anschließend mit den Behörden an einen Tisch setzen", erklärt FC-Vorsitzender Uwe Dönisch-Seidel das weitere Vorgehen in einer Pressemitteilung. Die Finanzbehörde habe, so die Information des 1. FC Kleve, drei Termine im Laufe des Novembers 2010 vorgeschlagen. Vor Klärung der Tatsachen mit den Beteiligten will der 1. FC Kleve die in dem Schreiben der Steuerfahndung genannten Zahlen nicht kommentieren. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Zeitraum von 2005 bis 2008.
Sonntag Heimspiel
Was die sportliche Seite betrifft, so sieht Trainer Georg Kreß keine Veranlassung, etwas anderes zu tun, als die Mannschaft gut auf das nächste Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag in der Volksbank-Arena vorzubereiten. "Wir trainieren heute und werden uns gewissenhaft auf die Partie vorbereiten. Das ist meine Aufgabe und genau das werde ich auch tun", sagt er ungeachtet der aktuellen neuen Hiobsbotschaften.
Vertreten wird der 1. FC Kleve in dieser Angelegenheit durch den Anwalt Dr. Jörg Alvermann aus Köln, der auf Steuerrecht spezialisiert ist und schon anderen Fußballvereinen bei Problemen mit den Finanzbehörden zur Seite stand. Parallel, so Dönisch-Seidel, werde natürlich von Vereinsseite versucht, eine Lösung zu finden. Die Möglichkeiten zur Lösung des Problems sind aber übersichtlich. Entweder der 1. FC stemmt diese Summe, ohne das gerade entworfene Finanzierungskonzept zu belasten, oder es bleibt nur der Gang zum Amtsgericht.
FC-Pressesprecher Frank Wöbbeking sagt: "Der vom Finanzamt geforderte Betrag ist für uns auf den ersten Blick existenzbedrohend." Vor dem Hintergrund, dass man nahezu dieselbe Summe auch für nachträgliche Sozialleistungen aufbringen müsste, keine gewagte These. Zusätzlich könnten auf den Verein auch noch strafrechtliche Konsequenzen zukommen, die ebenfalls ihren Preis haben.
"Bevor jedoch nicht klar ist, wie hoch die tatsächlichen Forderungen seitens der Finanzbehörde sind, wird auch das Thema Insolvenzantrag noch nicht akut", sagt Wöbbeking. Nach RP-Informationen lässt der Vorstand jedoch prüfen, wann ein Insolvenzantrag gestellt werden muss, so dass man sich nicht der Insolvenzverschleppung schuldig macht. Nach RP-Informationen sollen etwa 250000 Euro für die zu erwartende Steuernachzahlung schon gesammelt worden sein. Doch wird diese Summe angesichts der verlangten und eventuell nach unten korrigierten Nachforderungen nicht reichen. Weitere Helden werden gesucht.
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