Kleve: 100 Jahre Möbel Craemer
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2010Kleve (RPO). Eines der ältesten Klever Unternehmen feiert vom 27. September bis zum 10. Oktober rundes Jubiläum. Der Familienbetrieb, mittlerweile in der vierten Generation geführt, hat sich stets vergrößert, geblieben ist der Standort.
Soll er's – oder nicht? Vor neun Jahren hat Volker Craemer kurz überlegt, ob er ins Familienunternehmen einsteigen soll oder nicht. "Ich war Verkaufsleiter in einem der größten Einrichtungshäuser in Nordrhein-Westfalen", sagt Craemer. Er wagte den Schritt. Von der sicheren Stelle ging er in die Selbstständigkeit – und wahrte damit eine Tradition.
Craemer prägt Stadtbild
Volker Craemer, 38 Jahre alt, leitet in vierter Generation das Möbelhaus Craemer in Kleve. Und dieses feiert in den kommenden zwei Wochen sein 100-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, worauf der gelernte Tischler und Betriebswirt sichtlich stolz ist. Denn Möbel Craemer gehört zu Kleve wie das Brandenburger Tor zu Berlin. Immerhin ist das Familienunternehmen, das 1910 von Heinrich Craemer gegründet wurde, eins der ältesten Geschäfte in der Innenstadt. Das Besondere daran: Das Einrichtungshaus hat seinen Standort nie gewechselt. Seit 100 Jahren besteht Craemer an der Kirchstraße und prägt das Stadtbild.
Jubiläumsverkauf
Zum 100-jährigen Bestehen bietet Möbel Craemer vom 27. September bis 10. Oktober einen Jubiläumsverkauf an. So gewähren Volker Craemer und sein Team auf alle Neubestellungen 20 Prozent Rabatt, auf Polstermöbel gibt es 30 Prozent. Dazu werden Ausstellungs- und Einzelstücke stark reduziert.
Während dieser Zeit hat Möbel Craemer auch geänderte Öffnungszeiten - und zwar von Montag bis Freitag durchgehend von 9 bis 18.30 sowie Samstag von 10 bis 16 Uhr. Am verkaufsoffenen Sonntag, 3. Oktober, hat Möbel Craemer ebenfalls geöffnet, am 10. Oktober ist großer Schautag.
100 Jahre Kirchstraße bedeutet aber auch viele Veränderungen. Die erste kam direkt im Oktober 1944, als Kleve zerbombt wurde. Fünf Jahre später bauten Heinrich und sein Sohn Paul Craemer das Geschäft provisorisch wieder auf. 1956 stand dann die erste Erweiterung an – das Objekt an der Kirchstraße wurde vergrößert, 1962 kam das Gebäude an der Schlossstraße hinzu. Es folgten die Erweiterungen im Jahr 1966 und 1970 sowie die zusätzliche Lagerhalle im XOX-Industriegebiet 1985. "Das waren unsere goldene Zeiten", sagt Craemer, der selbst vor vier Jahren die letzte Investition tätigte. Das frühere Foto-Weber-Haus hat er erworben, energetisch saniert und zu Möbel Craemer umgebaut. Heute stehen in drei Häusern, die alle miteinander verbunden sind, 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für Wohn- und Schlafzimmer sowie Küchen zur Verfügung.
"Wir sind ein kleines Möbelhaus, können aber, was die Preise betrifft, durchaus mit den größeren Mitbewerbern mithalten", sagt Craemer. Möglich macht's die Mitgliedschaft in einem der größten Möbeleinkaufsverbände in Deutschland, der bei den Herstellern günstige Konditionen aushandelt.
Eigene Schreiner
Eine weitere Stärke von Craemer ist zudem die persönliche Beratung und der Service durch eigene Schreiner. Insgesamt beschäftigt Volker Craemer, der seine Kunden auch selbst berät, drei Mitarbeiter – einem im Verkauf und zwei für Lieferung und Montage. Dabei können die beiden Monteure sogar auf eine 39 beziehungsweise 14 Jahre alte Betriebszugehörigkeit zurückblicken. "Das kommt auch bei den Kunden gut an", sagt Craemer. Und die seien neben der Generation 50+ mehr und mehr auch Kunden jenseits der 30. "Ich habe den Betrieb nach und nach modernisiert. Eine qualitativ hochwertige Couch zum günstigen Preis bekommt man bei uns genauso wie die Küche mit Hochglanzfront."
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