Kalkar: 15 tote Greifvögel: Anzeige erstattet
zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 12:3215 tote Greifvögel und illegale Vogelfallen haben Vogelschützer in einem Feldgehölz in Kalkar-Bylerward entdeckt. Sie gingen dabei einem Hinweis nach. Denn schon im April 2009 wurden dort mehrere Greifvögel vergiftet.
Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, haben Mitarbeiter des Verbandes am Donnerstag nach einem Hinweis mehrere Waldstücke im Bereich der Emmericher Straße kontrolliert und dabei auf engstem Raum 15 tote Greifvögel und drei illegale Vogelfallen festgestellt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um drei am Rande einer Hecke aufgestellte Käfigfallen, um die herum rund ein Dutzend Elstern- und Krähenattrappen aufgestellt worden waren. Die künstlichen Lockvögel sollten offenbar andere Aasfresser dazu ermuntern, in die illegalen Fallen zu fliegen. Als weiteres Lockmittel hatte der Täter mehrere Plastikeier und in die Fallen gelegt.
Drei Habichte und eine Schleiereule
In der Umgebung der Fallen entdeckten die Vogelschützer die Überreste von insgesamt 15 toten Vögeln, darunter 11 Mäusebussarde, drei Habichte und eine Schleiereule. Ob die streng geschützten Vögel vergiftet oder mit den Fallen gefangen und anschließend erschlagen wurden, wird derzeit von den Behörden geklärt. Ein Teil der Kadaver wurde von Mitarbeitern des Klever Veterinäramtes geborgen und soll in den nächsten Tagen dort untersucht werden. Die Fallen und die Lockvögel wurden von der Kriminalpolizei sichergestellt und ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Für den Abtransport der illegalen Vogelfallen aus dem Revier "Wissel 2" bei Bylerward hat die Polizei den örtlichen Bauhof rufen müssen.
Das Komitee gegen den Vogelmord vermutet, dass hinter den Taten jagdliche Interessen stehen. „Greifvögel und Rabenvögel sind vielen Jägern ein Dorn im Auge, da sie in ihnen Konkurrenten um das sogenannte Niederwild sehen“, sagt Komiteegeschäftsführer Alexander Heyd. Fest steht, dass die toten Vögel alle in unmittelbarer Nähe von Fasanenfütterungen und anderen jagdlichen Einrichtungen lagen. Die Fallen und die Lockvögel wurden in zehn Meter Entferung zu einem Hochsitz aufgebaut. Direkt daneben befand sich ein Teich, auf dem zahlreiche künstliche Enten schwammen und an dessen Ufer überall leere Schrotpatronen lagen.
Operation "Krummschnabel"
Greifvögel gehören laut Bundesnaturschutzgesetz zu den streng geschützten Arten und dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Verstöße können mit hohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Die Aktion in Kalkar war Teil der Operation „Krummschnabel“, bei der Vogelschützer, Polizisten und Veterinäre am Wochenende zeitgleich verdächtige Jagdreviere in ganz NRW kontrolliert haben. Dabei wurden insgesamt 18 tote Greifvögel und Eulen entdeckt und zahlreiche illegale Fallen, darunter Tellereisen, Habichtfangkörbe und verschiedene Typen von Käfigfallen, beschlagnahmt oder den Behörden gemeldet. Betroffen waren laut Komitee Jagreviere in den Kreisen Warendorf, Steinfurt, Kleve, Soest, Düren und dem Rhein-Erft Kreis.
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