Kleve: 25 Gefangene meutern in der JVA
zuletzt aktualisiert: 31.01.2012Kleve (RP). In der Justizvollzugsanstalt Kleve ist es am Sonntag zu einer Gefangenenmeuterei gekommen. Wie die Gefängnisleitung gestern mitteilte, weigerten sich 25 Inhaftierte im Anschluss an einen evangelischen Gottesdienst, in ihre Hafträume zurückzukehren.
Laut Anstaltsleiter Volker Wingerter hatten die Justizbeamten zuvor eine größere Menge an Kaffee und Taback beschlagnahmt, die die 25 Gefangenen von ihrem "Hausgeld" im Gefängnis erworben hatten. Die Gruppe der russisch-stämmigen Gefangenen hatte angegeben, die Genussmittel an "bedürftige" Mitinhaftierte verteilen zu wollen. Die Justizbeamten vermuteten dagegen, dass die Gruppe verbotenen Handel betreiben und Abhängigkeiten aufbauen oder ausnutzen wollte. Die 25 Häftlinge verlangten, dass man ihnen Kaffee und den Tabak wieder aushändigte.
Um die Situation zu beruhigen, wurden geschulte Bedienstete hinzugezogen. Auch Anstaltsleiter Wingerter reiste an seinem freien Tag an. Erst nach viereinhalb Stunden gelang in den Verhandlungen der Durchbruch. Nachdem die Justizbeamten ihnen einen Teil der Genussmittel zurückgegeben hatten, erklärten sich die 25 Gefangenen schließlich bereit, in ihre Zellen zurückzukehren. Weder die JVA-Bediensteten noch die Gefangenen hätten Gewalt angewendet, sagte Wingerter. Der Vorgang sei in der Geschichte der JVA Kleve einmalig, so der Anstaltsleiter. Rechtlich seien die "nicht unerheblichen" Widersetzlichkeiten der Gefangenen als Meuterei zu werten. Auf sie kämen strafrechtliche Konsequenzen zu, kündigte Wingerter im RP-Gespräch an.
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