Kleve: 40 Jahre GKG: Elektrozäune und Völkerwanderungen
VON JENS HELMUS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 09:12Kleve (RPO). Auch im alten Fischerdorf Grieth wurde am Wochenende kräftig Karneval gefeiert. Die Griether Karnevalsgesellschaft, vor genau 40 Jahren gegründet, lud zur Jubiläumssitzung in die Bürgerhalle ein.
Pünktlich um 19.11 Uhr zog der Elferrat unter der Führung von Sitzungspräsident Heiner Dünkelmann in den geschmückten Festsaal ein und begrüßte die Närrinnen und Narren zur ersten Sitzung der Session.
Die erste Büttenrede des Abends kam von Mara Müskens, die als "Partygirl" von ihrer ersten und vermutlich auch letzten Party in den heimischen vier Wänden berichtete. Eine zweite Feier wird es wohl zunächst nicht mehr geben, denn den Eltern missfiel unter anderem der Einfall ihrer Tochter, den Grill aufgrund des schlechten Wetters einfach im Wohnzimmer aufzustellen.Als "Professor und Krankenschwester" standen Norbert und Louisa Lamers auf der Bühne. Im weißen Kittel berichteten sie vom Alltag im Krankenhaus. In Erinnerung blieb den beiden unter anderem eine Patientin aus dem benachbarten Wissel, die unter Alkoholeinfluss die Kontrolle über ihr Fahrrad verlor und Bekanntschaft mit einem Elektro-Zaun machte. Dem Gröhlen im hinteren Teil des Griether Festsaales nach zu urteilen war die Betroffene übrigens selbst unter den Gästen.
Das Top-Thema
Top-Thema in den Büttenreden des Abends war natürlich das Schließen der letzten Dorfkneipe in Grieth. So klagten die "Griethse Jonges" Eric Thünnissen, Freddy Seifert und Jan van Schöll in ihrem Stammtischgespräch darüber, dass sie jetzt "nicht nur in Wissel Brötchen holen, sondern auch Saufen gehen müssen." Auch Nöb und Kathrinchen (Norbert Lamers und Kathrin Arnds) klagten über das Fehlen einer Schänke in Grieth und sprachen von einer wahren Völkerwanderung von Grieth nach Wissel. Vorteile habe das Ganze aber auch, schließlich leiste man damit einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Und die Wisseler profitieren dadurch sowieso, schließlich sorgen die pilgernden Griether mit ihren regelmäßigen Abstechern nach Wissel dafür, dass die Wisseler Kneipen erhalten bleiben. Außerdem können die Wisseler von den Besuchern aus Grieth noch etwas in Sachen Trinkkultur lernen, so Nöb. Den vereinzelten Ausrufen der Empörung nach zu urteilen waren auch einige Wisseler im Festsaal - die Völkerwanderung ist also zumindest in der Karnevalssession keine Einbahnstraße. Die Sitzung der GKG sorgte vor allem mit viel Lokalkolorit für tolle Stimmung im Festsaal. Neben weiteren Wortbeiträgen von Jan Thünnissen ("vom Dicksein"), Theo Reumer ("Rhinkieker"), Robert Kaldenhoven ("Der Chirurg") Elisabeth Wienemann und Norbert Lenders ("Jan und Marie") boten zahlreiche Tanzgruppen mit Garde- und Showauftritten für Unterhaltung. Schunkelatmosphäre kam auf, als Heiner Dünkelmann und Mike Hell als Bänkelsänger die Bühne betraten. Und auch über hohen Besuch konnten die Gäste sich freuen: Prinz Momo I. und Prinzessin Christa I. kamen aus Emmerich und begeisterten mit ihrem außergewöhnlichen Gardetanz.
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