Kleve: 90 Tage Paradies
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 12.11.2007Kleve (RPO). Punktlandung für alle Klever Narren: gestern fiel in der neuen Narrenburg Neue Mitte Kleve Punkt 11.11 Uhr der Startschuss für die Session – und Prinz Aloys der Paradiesische in Spe versprach 90 Tage Klever Paradies
Wenn das keine Punktlandung war: Pünktlich um 11.11 Uhr startete die närrische Zeit in Kleve, Narrenkappen schunkelten im wogenden Jeckenmeer, Hände flogen zum kräftigen Helau empor, und die Aussicht auf paradiesische Zeiten ließ die frostigen Temperaturen gleich nach oben schnellen. Da strahlte Adam-Theo Bürgermeister Brauer mit der ab und an durch die Wolken blickende Sonne um die Wette. „Lieber Aloys, dein Motto begeistert mich“ begrüßte er den neuen Prinz in Spe Aloys der Paradiesische (Hermanns).
Wenn Kleve am 17. November auf der Prinzenkür endgültig ein richtiges Paradies sei (paradiesisch sei die Stadt ja schon seit jeher, so Brauer), dann bekäme das Standesamt eine Menge Arbeit: Denn jede Frau erhält den Beinamen Eva und jeder Mann Adam. Also: Adam-Theo Bürgermeister Brauer begrüßte ganz herzlich Adam-Aloys Hermanns. Der darf dann ab dem 17. November ganz offiziell Prinz Aloys der Paradiesische heißen. Paradies eben. Nur mit den Klamotten – da hat der Bürgermeister Probleme. Denn für paradiesisches Outfit muss man gerade in den in Karnevalszeiten kühlen bis frostigen niederrheinischen Breitengraden in die Sauna . . .
Kleves 35. Prinz
Prinz Aloys der Paradiesisische sieht sich in der Tradition seiner 34 Vorgänger und wird nicht nur im Saal- und Straßenkarneval Höhepunkte setzen, sondern auch Kindergärten und Altenheime besuchen. Gut bewährte sich die Neue Mitte als „Open Air“ mit Dach – auch wenn sonst die Bühne am Ausgang Stechbahn steht (zum besseren Sehen), nutzten die Narren für die Prinzenvorstellung gerne die Showtreppe . . .
„Ich habe 14 Jahre lang als Sitzungspräsident die Prinzen kommen und gehen sehen – und ich habe mir nichts mehr gewünscht, als Prinz zu werden“, sagte der Aloys, der Paradiesische in Spe. Dass es so schnell mit dem Prinzenwunsch in Erfüllung gehen kann, verdankt das Klever Narrenvolk nicht einer bösen, sondern einer lieben Schwiegermutter – und so galt ihr der Dank von Norbert Pauls, der durch das flotte Programm auf der Bühne in Kleves neuer Narrenburg, der Neuen Mitte, führte. Ein Prinz also, der schon jahrelang als Vollblutkarnevalist die Sitzungen der Fidelitas leitet. Pauls brachte es auf den Punkt: „Der Mensch kennt sich in Karneval aus.“ Und das nicht nur als Sitzungspräsident der Fidelitas, sondern auch als Vorsitzender und Geschäftsführer. Aber Aloys Hermanns war auch bei den Bürgerschützen Materborn erfolgreich: 1999 war er Schützenkönig.
Geboren wurde der neue Prinz in der Karnevalszeit: Im Februar 1961 in Warbeyen. Er besuchte die Grundschule in Warbeyen, das Gymnasium in Emmerich und machte auf der Höheren Handelsschule in Kleve sein Fachabitur und anschließend eine kaufmännische Ausbildung. 1984 heiratete er seine Birgit und hat zwei Töchter. Seit 2006 ist er beim Berufsbildungswerk in Moers. Sein Adjutant ist André Kools: Ein Mann in der sogar lauter und schneller sprechen kann als der Bürgermeister - wie ihm Adam-Theo Brauer bescheinigte. Zuvor hatte Brauer Prinz Frank den Köchelnden verabschiedet und sich im Namen aller Narren für dessen hervorragendes kulinarisches Karnevalsmenü der letzten Session bedankt.
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