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Niederrhein: Ab 1. Juli häusliche Pflege von sterbenden Menschen

zuletzt aktualisiert: 28.06.2012

Niederrhein (RP). Auch in den Kreisen Kleve und Wesel ermöglicht der Vertragsabschluss über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine umfassende häusliche Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Die Patienten können somit künftig auf ihren Wunsch zu Hause sorgsam medizinisch und pflegerisch – bei Bedarf auch rund um die Uhr – versorgt werden, teilen die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein mit. Ziel sei es, dass Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt in gewohnter häuslicher Umgebung blieben und ihnen der Weg ins Krankenhaus oder in ein Hospiz erspart bleibe.

Die Palliativ-Medizin verfolgt das Ziel, die Schmerzen von schwerstkranken Patienten zu lindern. Das Versorgungsgebiet des Palliative-Care-Teams "Palliativ Netzwerk Niederrhein GmbH" bietet im Rahmen des ab 1. Juli geltenden Vertrags eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung an für den Klever Nordkreis mit Kleve, Kranenburg, Bedburg-Hau, Kalkar, Goch und Uedem und den Klever Südkreis mit Weeze, Kevelaer, Sonsbeck, Geldern, Issum, Straelen, Wachtendonk, Kerken und Rheurdt sowie im Kreis Wesel mit Moers, Neukirchen-Vluyn, Kamp-Lintfort, Rheinberg und Alpen. Damit deckt das Palliative-Care-Team insgesamt ein Gebiet ab, das eine Einwohnerzahl von 480 000  Menschen hat.

Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, die diesen Vertrag unter Federführung der AOK Rheinland /Hamburg mit dem Palliative-Care-Team abgeschlossen haben, begrüßten das Verhandlungsergebnis für die Schwerstkranken unter ihren Versicherten. Wilfried Jacobs, der Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg ist, erklärte dazu: "Patienten, die dies wünschen, werden einen schnellen und unbürokratischen Zugang zu dieser hochwertigen Versorgung bekommen. Für die Krankenkassen ist dies kein Wettbewerbsfeld. Im Vordergrund steht eine optimale Versorgung." Damit könne jetzt eine Vielzahl von Patienten in den Kreisen Kleve und Wesel im vertrauten häuslichen Umfeld spezialisiert medizinisch versorgt und umfassend gepflegt werden.

Beteiligt sind die AOK Rheinland/Hamburg und die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein auch die Ersatzkassen (BARMER GEK, TK, DAK, KKH-Allianz, HEK, hkk) sowie 77 Betriebskrankenkassen, die IKK classic, die Knappschaft und ebenso die Landwirtschaftliche Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen.

Für die Versorgung der sterbenden Menschen in der Region stehen 14 Palliativ-Ärzte aus dem niedergelassenen und stationären Bereich zur Verfügung. Die Mediziner kommen aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Venen-Erkrankungen, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Umweltmedizin, Chirotherapie, Psychotherapie, Homöopathie, Naturheilverfahren und spezielle Schmerztherapie. Dazu kommen noch spezialisierte Palliativ-Pflegefachkräfte.

Quelle: RP
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