Kreis Kleve: Ab Weeze nach Berlin
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 30.07.2008Kreis Kleve (RPO). Sechs statt bisher vier Flugzeuge werden ab Ende Oktober in Weeze stationiert sein. Sie bedienen dann 33 Ziele, unter anderem geht’s in die Bundeshauptstadt. Und: Der Revisionstermin steht fest – 16. Oktober.
Zur Freude über die Ryanair-Expansion in Weeze kommt ab sofort eine erhöhte Nervosität: Nach RP-Informationen hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Termin zur Revision festgesetzt: Am 16. Oktober soll mitgeteilt werden, wie es mit dem Flughafen Niederrhein weitergeht. Bekanntlich steht seit Januar 2006 die flugrechtliche Genehmigung in Frage. Offiziell wurde gestern jedoch nur gejubelt: Ab 27. / 28. Oktober werden sechs statt bisher vier Boeing 737-800 auf der Heimatbasis Weeze stationiert sein.
Elf neue Ziele
Zu den bislang 22 Zielen kommen elf neue hinzu: Ancona an der italienischen Adria, das britische Birmingham, die Heimat der Beatles, Manchester, Irlands Hauptstadt Dublin, Faro in Nordportugal, Schwedens zweitgrößte Stadt Göteborg, Norwegens Hauptstadt Oslo, Riga als Zentrum Lettlands, das nordspanische Santander und Teneriffa-Süd. Und natürlich: Berlin. Alle Ziele sind seit gestern zu buchen – zu unverändert günstigen Preisen, versichert Anja Seugling, Ryanairs Pressesprecherin für den deutschsprachigen Raum. Wie berichtet, ist zwar der Gewinn der irischen Gesellschaft erstmals seit 20 Jahren erheblich gesunken, doch Ryanair-Chef Michael O’Leary lässt verkünden, bei zwei Milliarden Euro „auf der Bank“ könne er sich das leisten.
Ein „phantastisches Signal“ sei die Entscheidung, die Partnerschaft mit Weeze auszubauen, freut sich van Bebber. Während anderswo gekürzt und abgebaut werde, zeige sich Ryanair überzeugt vom Potenzial Weezes. Anja Seugling, selbst Berlinerin, nennt die Verbindung in die Bundeshauptstadt eine „emotionale Strecke“; mehr als alle anderen Destinationen hätten sich die Niederrheiner dieses Flugziel gewünscht. Die Preise für die Tickets sollen eher sinken als steigen. Eine bessere Einnahmesituation verspricht sich die Airline durch Nebengeschäfte wie Vermietungen und On-Board-Telefonieren, beim Kosten senken können künftig womöglich Check-In-Automaten helfen – sie werden noch getestet.
Seugling versichert, das Engagement in Weeze gehe bislang nicht zu Lasten von Maastricht oder Eindhoven – diese beiden Flughäfen, die unter der niederländischen Eco-Tax zu leiden haben, mussten keine Routen abgeben. Andererseits: Grundsätzlich verschiebe sich wegen der Steuer sicherlich Flugverkehr von Holland nach Deutschland. „Der gefühlte Anteil holländischer Reisender liegt inzwischen bei 50 Prozent.“
Bald 2000 Jobs?
2,5 Millionen Passagiere hat Ryanair in fünf Jahren ab Weeze befördert, für die Zukunft sind zwei Millionen pro Jahr avisiert. Schon bald könnten 2000 Jobs in der Region entstanden sein – wenn das Bundesverwaltungsgericht mitspielt.
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