Kleve: Abschied der zwei Legenden
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 01.02.2010Kleve (RPO). Die Könige des Zwiegesprächs im Kleverland: Paul Dirmeier und Helmut Schumacher verlassen nach 40 Jahren die Schwanenfunker-Bühne. Neues Heimatlied: Eine Sternstunde für Stefan Quinkertz mit seiner Ballade an Kleve.
Sie waren vier Jahrzehnte die unangefochtenen Meister des brillanten Wortspiels. Di-Schu war ihr Markenbegriff. Paul Dirmeier und Helmut Schumacher, die Legenden des Karnevals im Kleverland, treten von der Bühne ab. In dieser Session verabschiedet sich das Duo von seinem Publikum, das bei der ersten Schwanenfunker-Sitzung in der Klever Stadthalle mit stehenden Ovationen den Königen des Zwiegesprächs dankte. Der Begriff Zwiegespräch werde immer in Verbindung mit Di-Schu bleiben, würdigte Sitzungspräsident Fred Quinkertz die herausragende Leistung des Duos in 40 Jahren. Aber auch ohne den früher stets sehnsüchtig erwarteten Auftritt von Di-Schu gab es bei der Traditionsgesellschaft karnevalistische Schwingungen im Giga-Hertz-Bereich mit Show, heimatverbundenem Humor, Pflege der Mundart, wunderbaren Kostümen und herrlichen Bühnenbildern.
Heimspiel
Ein fulminantes Heimspiel hatte Kleves Prinz Jochen "der Funkende" beim Einmarsch in die Funkersitzung. Im nächsten Jahr steht er wieder als Techniker hinter der Bühne. 80 Schwanenfunker (von 81 Mitgliedern) waren bei der Sitzung im Einsatz, darunter Pit Verfers, der nach 40 Jahren hinter der Bühne Abschied nahm.
Scharfzüngig präsentierte sich der Klever Narr Michael Rübo, der auch noch als Beltermann mit dem Schwan Fred Qinkertz eine erstklassige Premiere in einem Zwiegespräch feierte. Wunderbar karikierte der Buur Michael Hövelmann seinen ersten Flug, ausgerechnet mit dem Kegelclub nach Mallorca.
Der Kaiser und die Party-Time
Zum zehnten Bühnengeburtstag glänzten die Funkerblaagen als Jungbuuren mit ihren Parodien. Frank Janssen plauderte als prächtiger Büttenredner über eine Treibjagd. Kaiser Wilhelm lebt – Köstlich, wie Helmut Schumacher in seiner geschniegelten Uniform den Monarchen karikierte, als der Funkerchor anlässlich des Kaiserbesuches 1909 in Kleve "Preußens Gloria" aufs Korn nahm. Umjubelt war bei der Parodie-Show auch André Budde mit seinem Sologesang.
Eine großartige Party-Time feierten wieder mal die FunkerTwens Rainer Ullrichs, Jürgen Hecht, Thomas Schumacher und André Budde mit ihren originellen Liedtexten, diesmal mit den Narren auf dem Wertstoffhof. Wilhelm Lievertz als Pogge Wim und Bernd Thiele als Kapitän zur See setzten zu Zwerchfellattacken in ihren Bütten an. Und beim Techno-Tanz bewiesen die Funker-Schwänchen ihre herausragende Bedeutung für die Funker. In die Welt von Glanz und Glamour entführten die Top Models von Heidi Klum bei herrlichem Klamauk der Chaoten, die unter der Leitung von Herbert Krahnen stets für schräge Unterhaltung stehen. Eine Sternstunde war der Auftritt des Trio Kaputto mit Stefan Quinkertz, Jan Vierboom und Frank Janssen. Stefan Quinkertz bekam stehende Ovationen für seine Ballade, in der er sein Leben in Kleve von der Kindheit bis zum Erwachsenen schilderte – zu hören auf der Prinzen-CD. An diesem Abend wurde das Heimatlied der Gegenwart geboren.
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