Bedburg-Hau: Ängste und der Zappelphilipp
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 08.03.2007Bedburg-Hau (RPO). „Rheinische Kliniken aktuell“ heißt es am 21. März im Gesellschaftshaus. Dann startet erstmals eine große Informationsveranstaltung, die das breite Spektrum der Fachkliniken vorstellt und über Erkrankungen aufklärt.
„Wir wollen den Bürgern Ängste nehmen“, sagen Dr. Marie Brill, die Ärztliche Direktorin der Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau (RK), und der Neurologe Dr. Christoph Baumsteiger. Etwa die Angst, dass der Opa psychotisch ist, dass der kleine Zappelphilipp nicht nur einen ungeheuren Bewegungsdrang hat, sondern am so genannten ADHS-Syndrom leidet. Sie wollen auch informieren, wie man mit dem Dunkel der Depression umgeht oder ob die Schlaflosigkeit nach dem schweren Unfall wirklich ein Trauma ist.
Moderne Klinik
„Manchmal ist da, wo schon Demenz vermutet wird, ein Hörgerät hilfreich. Es muss nicht immer gleich eine Psychose sein. Es kann eine Diabetes die Ursache für psychische Veränderungen sein, eine Herzerkrankung oder eine Medikamentenwechselwirkung“, sagt Marie Brill – deshalb tut Aufklärung Not. Genau das möchten die RK: am Mittwoch, 21. März, ab 16 Uhr öffnen sich die Tore des Gesellschaftshauses für alle Bürger des Kreises Kleve. Nach einem Grußwort von Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen wird die Ärztliche Direktorin kurz die Wandlung der Klinik von der Provinzialheilanstalt zum modernen Psychiatrischen Kompetenzzentrum umreißen. Zeigen, dass hier ein modernes psychiatrisches Krankenhaus keine Schwellen mehr hat, dass man sich öffnet für alle. „Jeder kann kommen und Fragen - wir haben die nötigen Ambulanzen, werden mögliche Ängste nehmen oder die richtige Behandlung einleiten“, sagt sie. Denn in der Regel hilft gerade bei psychischen Erkrankungen die frühe, gezielte Behandlung.
Diagnostik + Therapie
Die Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau wollen sich als neues, modernes Krankenhaus vorstellen, das für die 300 000 Einwohner des Kreises Kleve, aber auch überregional, fachgerechte Diagnostik und Therapie für Erkrankungen anbietet, welche die Psyche und das Nervensystem betreffen.
Anmeldungen für diese Info-Veranstaltung ist nicht erforderlich.
Infos: Frau Niersmann, Sekretariat, Rheinische Kliniken, Bedburg-Hau, Tel. 0 28 21/ 81-2000.
Um Depressionen geht es beim Vortrag von Dr. Roman Szczesny um 16.25 Uhr: „Depression und Suizidprävention“. Es folgt um 16.45 Uhr Anita Tönnesen-Schlack mit einem Beitrag über „Paranoide Störungen im höheren Lebensalter“. „Alle unsere Vorträge sind für den Laien gedacht und für jeden verständlich – wir wollen schließlich aufklären. Auch können die Bürger gezielt zu einzelnen Vorträgen kommen“, sagt Baumsteiger.
Nach einer Kaffeepause um 17 Uhr berichtet Baumsteiger über „Neue Methoden in der Schlaganfallbehandlung“. Mit Ängsten geht Helmut Reinartz in seinem Referat „Angsterkrankungen“ um, Dr. Jo Becker informiert über die Familienpflege und stellt das Pilotprojekt vor, psychisch kranke Menschen in Familien aufzunehmen. Nach einer weiteren Pause beschließen Dr. Dietmar Pfaff um 18.45 Uhr mit „Traumatherapie“ und Dr. Andreas Dutschmann mit „ADHS im Kindes-/Jugendalter: das Zappelphilipp-Syndrom“ den Tag.
„Wichtig ist es uns nicht nur, einen Teil unseres medizinischen Spektrums zu zeigen, sondern auch, die Ärzte und Therapeuten vorzustellen“, sagt Marie Brill. „Wenn viele Menschen an diesem Tag kommen, machen wir das zur festen Einrichtung!“, plant die Ärztin. Über 1000 Flyer sind heute kreisweit rausgegangen, liegen bei Ärzten, Banken und Krankenkassen aus.
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