Kreis Kleve: Airport-Chef wundert sich über SPD-Fragen
VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 29.04.2010Kreis Kleve (RPO). Airport-Geschäftsführer Ludger van Bebber hat die Fragen der SPD zu den geplanten Parkplätzen und zum Personalunternehmen Agello beantwortet und die Art der Fragen harsch kritisiert. Denn: Fragesteller Roland Katzy hätte sich viele Fragen selbst beantworten können, da er von den Vorgängen gewusst haben müsse.
Van Bebbers Schreiben ging den Kreistagsfraktionen gestern zu. "Allgemein haben mich große Teile der Fragen verwundert, da diese Informationen nahezu komplett öffentlich zugänglich sind, im Rahmen der Berichterstattung behandelt wurden oder die relevanten Beschlüsse von der SPD begleitet wurden", schreibt van Bebber.
Die SPD hatte unter anderem wissen wollen, welche Schwerpunkte die Firma Agello hat und wann sie gegründet wurde. Van Bebber ist Mitgesellschafter dieses Unternehmens.
Kein Verständnis
Verständnislos reagierte van Bebber auf SPD-Fragen nach einem "Überlassungsvertrag von Herrn van Bebber aus dem öffentlichen Dienst". Van Bebber war, bevor er Geschäftsführer des Airports Weeze wurde, Geschäftsführer der Kreis Kleve Bauverwaltungs GmbH (KKB): "Ich denke, es ist weiten Teilen des Kreistags und auch der SPD bekannt, dass ich nie im öffentlichen Dienst war", so van Bebber.
Im September 2004 sei er vom Kreis gebeten worden, als zweiter Geschäftsführer beim Flughafen einzusteigen (damals war der Niederländer Alex van Elk noch mit im Boot). Er habe eine Rückkehroption zur KKB gehabt. Dass Katzy, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, danach fragt, sei nicht nachvollziehbar. "Alle Beschlüsse wurden vom Aufsichtsrat der KKB begleitet, dem Sie, Herr Katzy, zu dieser Zeit angehörten", schreibt van Bebber.
Die Frage nach einem möglichen Insider-Geschäft zwischen Agello und dem Airport hätte sich die SPD mit einem Blick ins Handelregister selbst beantworten können. Da er zu 40 Prozent Agello-Gesellschafter sei, nicht jedoch Geschäftsführer, könne es kein Insidergeschäft – ein Geschäft, das man mit sich selbst abschließt – geben.
Der SPD, die den Landrat nach einem Image-Schaden des Airports Weeze gefragt hatte, hält van Bebber nun ihre Anfragen entgegen. Das Ansehen des Airports habe sich "stetig positiv entwickelt". Ob nun "die zurzeit von Ihnen geübte Praxis von ständigen Anfragen auf der Basis von Gerüchten, Hörensagen oder ,in letzter Zeit hört man wiederholt' unserem Ansehen schadet, mag ich nicht beurteilen".
Zum Thema Parkplätze berichtet van Bebber, dass der Vorgang "volltransparent im Aufsichtsrat besprochen und einstimmig beschlossen" worden sei. Ein Investor soll ein Gelände jenseits des Airports kaufen, das vom Airport gemietet und für Parkplätze genutzt wird. Zweifel an der Vergabepraxis, wie von der SPD geäußert, seien nicht zu verstehen. Der Vorgang sei "ausschließlich von kaufmännischen Fakten beeinflusst" und diene der Entwicklung der Flughafen Niederrhein GmbH.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







