Kreis Kleve: Alarmierend: Deutlich mehr Verkehrstote in 2008
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 27.02.2009Kreis Kleve (RPO). 2007 war ein "gutes" Jahr. 20 Verkehrstote verzeichnete die Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Kleve – ein historischer Tiefstand. 2008 war ein "schlechtes" Jahr. "Bereits im Juni vergangenen Jahres waren mit 19 Todesopfern beinahe so viele Menschen gestorben wie in 2007. Wir haben uns gefragt, was ist hier los?", sagte Wolfgang Spreen. Der Landrat, der gestern mit Polizeidirektor Günter Lange die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2008 vorstellte, veranlasste daraufhin Schwerpunkteinsätze und Präventionsaktionen. Trotzdem: In 2008 ließen insgesamt 34 Menschen bei 32 Unfällen ihr Leben.
"Eine erhebliche Verschlechterung, gleichwohl schon jeder einzelne Verkehrstote an sich traurig genug ist", sagte Spreen sichtlich betrübt. Die guten Nachrichten der Verkehrsunfallstatistik – die Kinderunfälle, die auf dem niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre sind, die Anzahl der verunglückten Jugendlichen, die zurückgegangen ist, und die Verkehrsunfallfluchten, die intensiv und erfolgreich bekämpft werden – standen derweil im Schatten der besorgniserregenden Entwicklung im Kreis Kleve. Denn dazu kam, dass bei der Entwicklung der Verkehrsunfälle insgesamt eine Steigerung von 387 Verkehrsunfällen auf knapp 7900 registriert wurde. Das ist ein Plus von mehr als 5 Prozent. Im Vergleich: Beim Landesdurchschnitt sank die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um 2,4 Prozent.
Ohne Worte, die Zahlen und Fakten sprechen für sich und bestätigen einen seit Jahren, unmissverständlichen Trend. Das Risiko im Kreis Kleve zu verunglücken ist einfach größer als in NRW gesamt, wenngleich der Quotient – die Verunglückten-Häufigkeitszahl – im Jahr 2008 gesunken ist. Ebenfalls "ein Risiko" stellt die Gruppe der jungen Fahrer dar. "Fehlende Fahrpraxis, verbunden mit dem Gefühl der eigenen Unverletzbarkeit, sind maßgebliche Ursachen der hohen Unfallbeteiligung der 18- bis 14-Jährigen", berichtete Lange. Ursachen seien Geschwindigkeitsverstöße, die Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen. Aber auch das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes führe häufig zu schweren Unfällen. In 2008 war zum Beispiel jeder fünfte Unfalltote im Kreis Kleve nicht angeschnallt.
Mehr Schwerpunkteinsätze
Aus diesem Grund unterstützt die Klever Polizei auch die landesweite Kampagne "Er hält alles – der Profi fährt mit Gurt". Zudem wird weiterhin daran gearbeitet, die Verkehrsunfallsituation zu verbessern und die Anzahl der Verunglückten zu minimieren. Und so organisiert die Kreispolizei regelmäßig Schwerpunkteinsätze. "Wir wollen den Leuten damit nicht das Geld aus der Tasche ziehen, sondern sie für die Gefahren sensibilisieren", so Spreen. Wie gestern um 16 Uhr, als die Polizei kreisweit ausfuhr und die Gefahrenstellen kontrollierte.
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