Kleve: Alles stimmt bei der Kirmes-Eröffnung
VON MICHAEL BAERS - zuletzt aktualisiert: 12.07.2009 - 13:40Kleve (RPO). Die Vorboten waren zugegeben alles andere als gut. Tagelang hatte es vor Beginn der Klever Kirmes bereits immer wieder kräftig geregnet. Nur gelegentlich hatte es die Sonne geschafft, sich gegen die grauschwarze Wolkendecke durchzusetzen. Von der Wirtschaftskrise mal ganz zu schweigen. Obendrein noch der folgenschwere Sturz eines neunjährigen Mädchens aus einem Kinderkarussell im Wunderland Kalkar Mitte der vergangenen Woche (RP berichtete).
Unter diesen Umständen reckte sich am vergangenen Samstag trotzig das Wahrzeichen der Klever Kirmes, das spektakuläre Riesenrad, vom Hokovitplatz aus in die Höhe, und lockte die Besucher von nah und fern herbei. Akustisch wurde diese Werbung in der Folge noch durch die Böllerschüsse der Schützenvereine unterstützt, mit denen die Kirmes nach dem großen Schützenumzug eröffnet wurde
Denn tatsächlich, mit einem Mal riss die Wolkendecke auf und es ward strahlender Sonnenschein. Bürgermeister Theo Brauer, der dem Umzug als Deichgräf gekleidet in der Maria Reymer Volkstanzgruppe folgte, sah sich dadurch dann auch spontan veranlasst, Wettergott Petrus einzubürgern und als Klever zu bezeichnen. Während die Technik bei der Eröffnungsrede streikte was für Brauer zur Begeisterung der Anwesenden allerdings kein allzu großes Hindernis darstellte klappte der anschließende Fassanstich deutlich besser. Nach drei Schlägen floss das Bier für die Menschenmassen in Strömen.
Alle, die zuvor noch bei der Parade Spalier standen, sammelten sich rund um die riesige Wildwasserbahn Atlantis und feierten den Beginn der Happy Hour. Damit begann dann auch die Hochzeit in den vielen Biergärten, ob idyllisch direkt an der Spoy gelegen oder auf dem großen Platz vorm Riesenrad. Vor Breakdancer und Autoscooter flanierte die eine oder andere modische Schönheit auf und ab, während die euphorischen Schreie der ersten Mutigen Passagiere von „Poseidons Rache” die Böllerschüsse beinahe vergessen machten.
Die an einer Schießbude versammelten Schützenkönige veranlassten einen gut gelaunten Besucher spontan zum nicht ganz ernst gemeinten Ausruf „Das ist doch Wettbewerbsverzerrung hier” und die kleinen Besucher mussten sich zwischen Zuckerwattestand, Ponyreiten und Karussell als erster Anlaufstation entscheiden.Mehr als 70 Schausteller hoffen nach dem gelungenen Auftaktwochenende nun darauf, dass bis zum kommenden Sonntag mehr Besucher durch das „Atlantis-Rafting”-Wasser nass werden als durch schlechtes Wetter von oben. Doch nach dem Zuzug Petrus‘ hat Kleve ja einen sehr guten Draht zum Verantwortlichen und der soll besseres Wetter als Sonntag versprochen haben.
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