Kleve: Angeklagter belastet
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 17.11.2007Kleve (RPO). Im Prozess gegen den 59-jährigen Klever, dem versuchter Mord an einem 34-jährigen Libanesen vorgeworfen wird, haben Zeugen den Angeklagten vor dem Landgericht belastet.
Der 43-jährige Wirt der Gaststätte „Regenbogen“, in der der Beschuldigte am 15. April in betrunkenem Zustand mindestens einen Schuss aus einer halbautomatischen Pistole abgegeben hatte, beschrieb den 59-Jährigen als jemanden, der schon öfter durch ausländerfeindliche Äußerungen aufgefallen sei.
Den Kontrahenten bezeichnete er als unauffällig. Er sei am Tatmorgen von der 22-jährigen Bedienung in seiner Wohnung über der Gaststätte angerufen worden, weil es Ärger zwischen dem Angeklagten und dem Nebenkläger gebe. Er sei ins „Regenbogen“ gegangen und habe den Beschuldigten des Lokals verwiesen.
Als er später wieder oben war, habe er dann plötzlich zwei Schüsse gehört. „Ich bin wieder nach unten, wo ich dem Angeklagten begegnet bin, der mich mit der Pistole bedrohte und mich anschrie, er würde mich auch umlegen.“ Mit einem Tritt gegen das Nasenbein habe er den Schützen außer Gefecht setzen und entwaffnen können.
Die Bedienung, die zur Tatzeit hinter der Theke gearbeitet hatte, sagte aus, der Angeklagte habe kurz nach seiner Rückkehr in die Gaststätte gezielt auf den Nebenkläger geschossen. Außerdem habe er die Waffe auch auf sie gerichtet, als sie den Wirt anrufen wollte. „Ich dachte, ich muss sterben“, schilderte sie.
Ein 34-jähriger Gast relativierte im Zeugenstand dagegen seine belastenden Aussagen aus der Polizeivernehmung. Gleichzeitig wurde jedoch bekannt, dass Bekannte des Angeklagten offenbar versucht hatten, ihn im Vorfeld von seiner Aussage abzuhalten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







