Niederrhein: Auf die Plätze, fertig, strampeln: Mit den Rädern durch die Region
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 06.07.2009Niederrhein (RPO). Noch etwas skeptisch blickt Wilma Wilmsen (62) auf die weiße, beschriftete Verpackung. Fünf Zentimeter breit, acht Zentimeter lang, "Gegen-müde-Beine-Tuch" steht oben drauf und soll – so Gabriele Hendricks von der Touristikinformation – wie ein Wunder wirken. "Da bin ich ja mal gespannt", sagt Wilmsen, die mit ihrem Mann Gerd (70) und dem Ehepaar Gisela (60) und Arnold (64) Dormann vor der Kalkarer Mühle steht. Dort hat der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Hubert Umbach, gerade den 18. Niederrheinischen Radwandertag eröffnet. Auch die vier Freunde aus Marienbaum machen mit.
Insgesamt 30 000 Teilnehmer erwarteten die Veranstalter im Vorhinein. Aber bei dem schönen Wetter gestern – strahlender Sonnenschein, 29 Grad und eine leichte Brise – waren es sicherlich noch ein paar mehr Radfahrer, die auf einer der 63 angebotenen Routen an Rhein und Maas unterwegs waren. Insgesamt zählte die angebotene Wegstrecke zwischen Millingen (Niederlande) und Rommerskirchen (Rhein-Kreis Neuss) mehr als 3000 Kilometer.
23 Rundrouten im Kreis
In die Liste der 74 Start- und Zielorte reihten sich auch alle 16 Städte und Gemeinden des Kreises Kleve ein. Dabei konnten die Pedalritter zwischen 23 Rundfahrten, die mit weißen Pfeilen auf der Fahrbahn markiert waren, auswählen. Sie alle wurden um 10 Uhr von den Bürgermeistern eröffnet und endeten um 17 Uhr mit einer Verlosung. Dazu gab es ein attraktives Rahmenprogramm. So gab es in Kleve ein Bikerfrühstück, in Goch spielte die Rock- und Oldie-Band "Recall" auf und in Straelen verzauberte der Entertainer "Hironismus" Groß und Klein. In Rees gab derweil der Verein Tornado einen Einblick in den Radsport, zudem konnte man dort Schützenfest feiern.
Neben "Gegen-müde-Beine-Tücher" gab es in Kalkar, wo drei Strecken starteten – die Routen 3 (37 Kilometer), 5 (62 Kilometer) und 8 (68) Kilometer –, frisches Mühlenbier. Wilma und Gerd Wilmsen sowie Gisela und Arnold Dormann haben sich für die 37 Kilometer lange Tour entschieden. "Das ist uns eigentlich zu wenig, aber wir werden die Strecke erweitern und über Emmerich fahren", sagt Arnold Dormann, der an vor allem die Einblicke in die Natur schätzt. Ehefrau Gisela findet das Treffen unter Gleichgesinnten gut. "Man sieht sich, man trifft sich und quatscht", so Dormann. Und das nicht zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren waren sie rundum Wesel und Alpen unterwegs.
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